ROUNDUP: Staatsunternehmen Sefe kauft Gas ein
Das staatliche deutsche Gasunternehmen Sefe kauft Gas ein. Das bestätigte das Unternehmen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Man handle ausschließlich aus strategischen und wirtschaftlichen Erwägungen und habe eine eigenständige kommerzielle Geschäftsentscheidung getroffen, betonte das Unternehmen. Es gebe keine Anweisung dazu vom Bundeswirtschaftsministerium.
Gespräche auch mit Uniper
Die Gasspeicher sind derzeit nur zu 56 Prozent befüllt. Der Gasimporteur Sefe befindet sich vollständig im Bundesbesitz. Am Vortag war bekanntgeworden, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mit den beiden Staatsunternehmen Sefe und Uniper in Gesprächen ist, um die Gasspeicher besser zu füllen. Die Kosten würden dann vom Markt getragen und nicht wie bei einem staatlichen Eingriff von den Steuerzahlern oder den Gaskunden über eine Umlage, hieß es aus Regierungskreisen.
Normalerweise kaufen Großhändler im Sommer Erdgas günstig ein. Sie speichern es und verkaufen es im Winter mit Gewinn weiter. Derzeit sind die Preise infolge des Iran-Kriegs jedoch sehr hoch, sodass eine Einspeicherung wirtschaftlich nicht attraktiv ist. Die Folge: Die Speicher sind deutlich geringer gefüllt als sonst zu dieser Jahreszeit.
Sefe: Befüllung ist vorteilhaft
"Versorgungssicherheit zu gewährleisten liegt in der Verantwortung aller Energieunternehmen", betonte Sefe. Man übernehme diese Verantwortung für die Kunden. Die Befüllung sei für Sefe vorteilhaft. "Profitabilität und Versorgungssicherheit schließen sich daher nicht aus, sondern sind auch mit Blick auf die anstehende Privatisierung gleichermaßen von wesentlicher Bedeutung."
Wirtschafts-Staatssekretär Frank Wetzel sagte beim VKU-Kongress in Berlin, es gebe keine Weisungen des Bundes. Das Ministerium rede aber "mit allen". Der Buchungsstand bei den Speichern liege bei über 70 Prozent. Es müsse aber auch physisch eingespeichert werden. Das Ministerium habe an alle Unternehmen die Erwartung, dass sie ihre Buchungen jetzt auch füllten.
Staatssekretär warnt vor riskanten Spekulationen
Der Bundesregierung sei sehr daran gelegen, dass alle mit vereinten Kräften dafür sorgten, dass ausreichend Speicherfüllstände erreicht werden, "um die Bürgerinnen und Bürger und unsere Industrie sicher durch den Winter zu bringen, auch wenn er kalt wird".
Dem Ministerium sei bewusst, welche betriebswirtschaftlichen Herausforderungen dies seien, sagte Wetzel mit Blick auf hohe Preise. Aber die Spekulation auf niedrige Preise sei auch riskant und möglicherweise eine Fehlkalkulation. Die Bundesregierung stehe bereit, jederzeit handeln zu können. Das Ministerium habe aber im Augenblick nicht die Absicht, neue zusätzliche Kosten im System auch für den Verbraucher zu erzeugen.
Sefe hieß früher Gazprom
ISIN US3682872078 DE000UNSE026
AXC0131 2026-09-16/11:17
Relevante Links: Uniper SE, Gazprom PJSC _old_ 20211018