Übersetzen mit eigenem Tonfall: DeepL rüstet Sprach-KI auf
Das Kölner KI-Startup DeepL baut seine Technologie
zur Sprachübersetzung in Echtzeit deutlich aus. Mit neuen
Sprachmodellen für die Anwendung "DeepL Voice" will der deutsche
KI-Vorreiter nicht mehr nur gesprochene Wörter übersetzen, sondern
auch den individuellen Klang der Stimme sowie Tonfall, Sprechtempo
und Emotionen über Sprachgrenzen hinweg bewahren. Damit will sich
das Kölner Unternehmen gegen die Konkurrenz von
US-Technologiekonzernen wie Microsoft
Echtzeit-Sprachübersetzung mit eigener Stimme
Bislang lieferte die vor gut einem Jahr gestartete Lösung vor allem
Untertitel in Videokonferenzen. Nun rückt die direkte
Voice-to-Voice-Übersetzung ins Zentrum: Eine neu vorgestellte
Desktop-App für Windows und Mac klinkt sich nahtlos in Plattformen
wie Zoom
"Über die Stimme zeigen wir, wer wir sind. Sie transportiert weit mehr als nur Worte", sagte Gründer und CEO Jarek Kutylowski der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Ziel ist, dass man sich zurücklehnen kann und vergisst, dass überhaupt eine KI-Übersetzungslösung dazwischensteht", sagte Kutylowski. Wenn etwa jemand aufgeregt oder hastig spreche, solle dies auch im übersetzten Tonfall spürbar werden.
Kampf gegen Google und OpenAI im Unternehmensumfeld
Im Wettbewerb mit Tech-Giganten wie Google oder Microsoft-Partner OpenAI, die ebenfalls stark auf multimodale Sprachverarbeitung setzen, sieht sich Kutylowski gut gewappnet. Der Fokus des Kölner KI-Spezialisten liege klar auf Firmenkunden: "Für Unternehmen geht es nicht nur darum, an einzelnen Stellen eine E-Mail oder ein Meeting zu übersetzen. Es geht darum, ein größeres System aufzubauen, das Dokumente und Sprache einheitlich handhabt und die unternehmensspezifische Terminologie über alle Kanäle hinweg konsistent übernimmt."
Nach Stellenabbau "viel besser aufgestellt"
DeepL hatte zuletzt im Mai mit einem angekündigten Stellenabbau Schlagzeilen gemacht. Kutylowski hatte damals angekündigt, dass das Personal um 250 Stellen reduziert wird - rund ein Viertel der Belegschaft. Hintergrund seien die veränderten Arbeitsabläufe in der KI-Ära gewesen: "In einer Welt, in der KI eine immer größere Rolle spielt, mussten wir auch unsere Rollen und unsere interne Organisation umstellen", erläuterte Kutylowski die Maßnahmen. Heute sieht er die Firma deutlich robuster positioniert: "Ich glaube, jetzt sind wir viel besser aufgestellt, sowohl in Deutschland als auch in allen anderen Ländern, in denen wir wieder aktiv einstellen."
Das 2017 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 900 Mitarbeiter und zählt über 200.000 Geschäftskunden. Zu den Geldgebern gehören renommierte Wagniskapitalgeber wie Benchmark, IVP und Index Ventures./chd/DP/stw
ISIN US0378331005 US5949181045 US02079K1079 US98980L1017
AXC0184 2026-09-15/13:41
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