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Wiener Börse (Mittag) - ATX trotzt hohen Ölpreisen mit Rekordhoch / Leitindex gewinnt 0,5 Prozent - Strabag weiter gesucht

Unbeeindruckt von weiterhin hohen Ölpreisen, negativen Übersee-Vorgaben und womöglich wegweisenden US-Inflationsdaten hat der ATX am Freitag ein neues Rekordhoch erreicht. Gleich zum Handelsstart stieg der österreichische Leitindex bis auf 6.914 Punkte. Nachdem der Schwung in der Folge etwas nachließ, lag das Barometer am späteren Vormittag bei 6.903,72 Punkten noch 0,49 Prozent im Plus.

Bereits in den Vortagen hatte sich der ATX dem negativen europäischen Umfeld weitgehend entziehen können, wodurch sich auch auf Wochensicht ein Gewinn von 0,7 Prozent andeutet. Für den ATX Prime ging es am Freitag um 0,48 Prozent auf 3.388,09 Zähler hinauf. Andere Leitbörsen in Europa tendierten nach den schwachen Vortagen ebenfalls etwas erholt.

Am Ölmarkt lag der Preis der Referenzsorte Brent zuletzt bei rund 105 US-Dollar und damit etwa auf dem Niveau vom europäischen Handelsschluss am Donnerstag. Freitagfrüh war der Preis nach Angriffen auf wichtige Schifffahrtsrouten im Nahen Osten zwischenzeitlich noch auf fast 110 Dollar geklettert. Marktstratege Jim Reid von der Deutschen Bank verwies zudem darauf, dass die Ölpreise über die ganze Futures-Kurve hinweg gestiegen seien. "Es war somit offensichtlich, dass Investoren von einer länger anhaltenden Phase hoher Energiepreise ausgehen", resümierte der Experte.

Am Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer zweiten Zinserhöhung in diesem Jahr auf den Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs reagiert. In der kommenden Woche wird von der US-Notenbank Fed ein ähnlicher Schritt befürchtet. Umso wichtiger werden die US-Inflationsdaten am Nachmittag. Der Anstieg der Erzeugerpreise hatte sich im August bereits beschleunigt.

Mit Blick auf die heimischen Unternehmen blieb die Meldungslage am Freitag ruhig. Gesucht waren die Bauwerte, wobei es für Strabag als bester ATX-Wert weitere 3,7 Prozent auf 106,60 Euro hochging. Seit starken Quartalszahlen und angehobenen Zielen vor rund zwei Wochen befinden sich die Titel wieder auf Rekordjagd. Hinzu kommt, dass es, mit Blick auf den Prozess zwischen der RBI und der russischen Rasperia, endlich wieder eine Aussicht auf Klarheit bezüglich der Eigentümerstruktur gibt. Zuletzt hatten auch optimistische Analystenkommentare für weitere Zuversicht gesorgt.

Am Freitag etwa erhöhte auch die Erste Group ihr Kursziel von 109,50 Euro auf 124 Euro und bekräftigte ihre Kaufempfehlung. "Wir sind der Ansicht, dass Strabag eine der stärksten Kombinationen aus strukturellem Wachstum, Ertragssicherheit und finanzieller Stärke in der europäischen Baubranche bietet", schrieb Erste-Analyst Michael Marschallinger.

Gewinne verzeichneten zudem die schwer gewichteten Bankwerte. Erste Group, RBI und BAWAG stiegen in einem freundlichen europäischen Sektorumfeld um bis zu 0,9 Prozent. Etwas tiefer zeigten sich dagegen die für den ATX ebenfalls wichtigen Aktien der voestalpine und der Andritz.

spa/rst

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