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Rohstoffe (Vormittag) - Ölpreise geben auf hohem Niveau etwas nach / Brent zeitweise fast bei 110 US-Dollar

Die Ölpreise haben am Freitagvormittag nachgegeben. In der Nacht auf Freitag sind sie angesichts weiterer Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormuz und nach neuen Gefechten zwischen jemenitischen Huthi-Milizen und saudisch unterstützten Kräften allerdings deutlich gestiegen.

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November erreichte zeitweise fast 110 US-Dollar. Zuletzt kostete Brent-Öl 104,68 Dollar und damit 2,74 Prozent weniger als am Vortag.

In den vergangenen zwei Wochen haben sich die Kämpfe im gesamten Nahen Osten verschärft. Brent-Rohöl liegt seit Jahresbeginn fast 80 Prozent im Plus, bleibt aber unter seinem im April erreichten Kriegszwischenhoch von etwas mehr als 126 US-Dollar je Barrel. Auch die Preise für europäisches Erdgas und die Frachtraten für Öltanker sind stark gestiegen. Raffinerieprodukte wie Diesel verteuerten sich noch stärker, verstärkt durch die Folgen des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine.

In der Straße von Hormuz sind erneut zwei Schiffe angegriffen worden. Der Kapitän eines anderen Schiffes habe beobachtet, wie "vier unbekannte Geschosse" die beiden Schiffe getroffen hätten, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO).

Inzwischen hat die jemenitische Houthi-Miliz nach Angaben eines örtlichen Regierungsvertreters in der Meerenge Bab al-Mandab strategisch wichtige Orte eingenommen und damit die Kontrolle über die wichtige Schifffahrtsstraße übernommen. Boote mit Houthi-Kämpfern hätten die auch unter dem Namen Perim bekannte Insel Mayyun erreicht, erklärte er am Freitag. Es wurde auch von der Einnahme des Küstenortes Dhubab berichtet, der gemeinsam mit der Insel als Schlüssel zur Meerenge gilt.

Die Meerenge von Bab al-Mandab zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsstraßen der Welt und verbindet das Rote Meer mit dem Indischen Ozean. Seit der weitgehenden Blockade der Straße von Hormuz durch Teheran im Zuge des Iran-Kriegs hat Bab al-Mandab zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Die Insel Perim teilt die Meerenge in zwei Schifffahrtsrouten.

Nach Einschätzung von Beobachtern richten sich der Iran und die USA auf einen längeren Konflikt ein. Eine rasche Waffenruhe oder Normalisierung der Energieflüsse aus dem Nahen Osten ist nicht in Sicht. "Marktteilnehmer scheinen ihre Erwartungen an Schwere und Dauer des Kriegs im Iran nach oben zu korrigieren", sagte der Rohstoffökonom Hamad Hussain von Capital Economics der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) ist zuletzt gestiegen. Wie das OPEC-Sekretariat am Freitag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Donnerstag 114,89 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Am Mittwoch hatte der Preis 112,25 Dollar betragen. Die OPEC berechnet diesen Preis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.

Der Goldpreis legte zu. Zuletzt wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) bei 4.346,00 US-Dollar gehandelt. Das waren 0,67 Prozent mehr als am Vorabend.

spa/rst

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