Wiener Aktienmarkt vorbörslich wenig bewegt erwartet / Ölpreise und US-Inflationsdaten im Fokus
Der Wiener Aktienmarkt dürfte am Freitag wenig bewegt in den Handel starten. Bankenindikationen sahen den ATX rund 45 Minuten vor Handelsbeginn bei 6.864 Punkten und damit praktisch auf dem Niveau vom Vortag. Das europäische Umfeld wird nach den schwachen Vortagen stabilisiert erwartet. Aus Übersee kommt vor dem Wochenende keine Unterstützung für die hiesigen Märkte.
Bereits in den Vortagen hatte sich der heimische Leitindex dem negativen europäischen Umfeld weitgehend entziehen können. Das Rekordhoch vom Wochenstart bei gut 6.910 Punkten bleibt in Reichweite.
Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent stieg zuletzt auf den höchsten Stand seit Mai und nähert sich der Marke von 110 US-Dollar. "Wenn die Ölpreise und Anleiherenditen nicht vom Berg zurückkommen, muss die Risikoprämie ihnen nachsteigen", erklärte Marktexperte Stephen Innes den "Makro-Stress", den die Anleger nicht mehr so leicht ignorieren könnten. Was er meint: Aktien werden im Vergleich zu vermeintlich sichereren Anlagen unattraktiver und die Investoren müssen sich den veränderten Risiken anpassen, auch durch Abbau von Aktienpositionen.
Marktstratege Jim Reid von der Deutschen Bank verwies zudem darauf, dass die Ölpreise über die ganze Futures-Kurve hinweg gestiegen seien. "Es war somit offensichtlich, dass Investoren von einer länger anhaltenden Phase hoher Energiepreise ausgehen", resümierte der Experte.
Am Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer zweiten Zinserhöhung in diesem Jahr auf den Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs reagiert. In der kommenden Woche wird von der US-Notenbank Fed ein ähnlicher Schritt befürchtet. Umso wichtiger werden die US-Inflationsdaten am Nachmittag. Der Anstieg der Erzeugerpreise hatte sich im August bereits beschleunigt.
Mit Blick auf die Unternehmen blieb die Meldungslage am Freitag ruhig. Bei der Strabag erhöhte die Erste Group ihr Kursziel von 109,50 Euro auf 124 Euro und bekräftigte ihre Kaufempfehlung. "Wir sind der Ansicht, dass Strabag eine der stärksten Kombinationen aus strukturellem Wachstum, Ertragssicherheit und finanzieller Stärke in der europäischen Baubranche bietet", schrieb Erste-Analyst Michael Marschallinger.
Am Donnerstag hatte der ATX um 0,14 Prozent höher bei 6.869,81 Punkten geschlossen.
Die größten Kursgewinner im prime market am Donnerstag:
Vienna Insurance Group +3,83% 73,20 Euro Strabag +2,80% 102,80 Euro Kapsch TrafficCom +2,74% 4,50 Euro
Die größten Kursverlierer im prime market am Donnerstag:
Frequentis -4,64% 65,80 Euro Wienerberger -4,41% 18,00 Euro Polytec -2,17% 4,95 Euro
spa/rst
ISIN AT0000999982