Österreichische Staatsanleihen nach EZB-Entscheid mit Verlusten / Leitzinsen im Euro-Raum werden wie erwartet erhöht
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Donnerstagnachmittag mit Verlusten gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe stieg im Gegenzug um acht Basispunkte auf 3,69 Prozent. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 20 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future fiel um 0,29 Prozent auf 120,79 Punkte.
Thema des Handelstages war die Bekanntgabe der geldpolitischen Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB reagiert mit der zweiten Zinserhöhung in diesem Jahr auf den Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs. Die Notenbank hebt den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins wie allgemein erwartet von 2,25 auf 2,5 Prozent an.
Die Leitzinsen müssen steigen, weil sich die Inflation als hartnäckiger erweist als erwartet, schreibt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. Vor dem Hintergrund des andauernden Konflikts am Persischen Golf bleiben die Energiepreise hoch.
Am Kapitalmarkt hat man sich darauf eingestellt, dass die Inflationsgefahren nicht so leicht verschwinden. Daher sind alle Kapitalmarktzinsen in jüngster Zeit gestiegen. Obwohl die Zinsen im kommenden Jahr wieder etwas nachgeben könnten, wird es wohl nicht wieder so weit heruntergehen wie in den vergangenen Jahren, hieß es weiter.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 3,13 3,02 0,11 -4 5 Jahre 3,37 3,27 0,10 10 10 Jahre 3,69 3,61 0,08 20 30 Jahre 4,15 4,10 0,05 25
ste/sto