Wiener Börse (Nachmittag) - ATX dreht nach EZB-Zinserhöhung ins Minus / Aussicht auf weitere Zinsanhebung weger hoher Inflation belastet - Heimischer Leitindex gibt leicht um 0,1 Prozent nach
Die Wiener Börse hat am Donnerstagnachmittag nach der Bekanntgabe der EZB-Zinsentscheidung in den Minusbereich gewendet. Der Leitindex ATX gab geben 14.30 Uhr um dünne 0,10 Prozent auf 6.853,02 Punkte ab, nachdem er zuvor leicht im Plus lag.
Die Europäische Zentralbank (EZB) stemmt sich wie erwartet mit einer weiteren Zinserhöhung gegen die infolge des Iran-Kriegs gestiegene Inflation. Der für Banken und Sparer wichtige Einlagenzins steigt von 2,25 auf 2,5 Prozent. Zudem wurde der Inflationsausblick für die beiden nächsten Jahre angehoben. An den Terminmärkten stellt man sich nun darauf ein, dass eine weitere Zinserhöhung bereits im Dezember kommen wird. Dies belastete die Aktienkurse.
Neben der soliden Konjunktur spricht nach Einschätzung der Helaba-Analysten vor allem die deutlich oberhalb des EZB-Ziels liegende EWU-Inflation für eine restriktivere Geldpolitik. Es wird befürchtet, dass die weiterhin hohen Energiepreise zu neuen Preisschüben führen und sich die Inflation auf einem erhöhten Niveau verfestigen könnte, hieß es von den Experten weiter.
Am heimischen Aktienmarkt lag auf Unternehmensebene unverändert eine sehr dünne Meldungslage vor. Von Analystenseite meldete sich die Baader Bank und revidierte ihr 6-Monats-Kursziel für die Aktien des Verbund leicht von 59,70 auf 61,00 Euro nach oben. Das Anlagevotum lautet für die Titel des Energieversorgers auf "Reduce". Die Verbund-Aktie tendierte mit minus 0,2 Prozent bei 61,55 Euro.
Ein deutliches Minus in Höhe von 2,9 Prozent musste die Wienerberger-Aktie hinnehmen. Klar nach oben ging es bei den Versicherern für die Titel der Vienna Insurance mit plus 3,3 Prozent. UNIQA reduzierten sich hingegen nach den vorigen Verlaufsgewinnen um knappe 0,1 Prozent.
Bei den schwergewichteten Banken herrschten einheitlich negative Vorzeichen vor. Die Aktionäre der Raiffeisen Bank International mussten ein Minus von 1,1 Prozent verbuchen. Erste Group verbilligten sich um 0,9 Prozent. Die BAWAG-Titel fielen um 0,9 Prozent.
Im Technologiebereich erhöhte sich die AT&S-Anteilsscheine um weitere 0,8 Prozent. Seit dem Jahresauftakt liegen die Papiere des Leiterplattenherstellers damit bereits beachtliche mehr als 400 Prozent im Plus.
Uneinheitlich zeigten sich die Bauaktien. Strabag gewannen 1,8 Prozent und Porr fielen leicht um 0,1 Prozent. Die zwei heimischen Bauriesen gehören weiterhin zu den 100 größten Baufirmen der Welt, berichtete die Unternehmensberatung Deloitte. Die Strabag notiert auf Rang 21, Porr auf Platz 52.
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