Partnerschaft mit Chinas Firmen: Deutsche unter Zeitdruck
Deutschen Unternehmen in China könnte für eine Partnerschaft mit international expandierenden chinesischen Firmen die Zeit davonzulaufen. Das legt ein neuer Bericht der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) nahe. Führungskräfte zahlreicher Branchen hätten einheitlich vermittelt, dass sich das Zeitfenster für solche Partnerschaften zunehmend verenge, hieß es in dem Bericht, den die Interessenvertretung deutscher Firmen in Peking vorstellte.
Ein Problem: Die chinesischen Unternehmen lernen schnell und setzen ihre Expansion ambitioniert durch. "Ich glaube, dass die nächsten 18 Monate das goldene Fenster sind, um eine Partnerschaft einzugehen", zitierte die Kammer den Entscheider eines deutschen Autozulieferers.
Geschäftsmodelle unter Druck
Dem Kammerbericht zufolge erlangen chinesische Firmen schnell jene Fähigkeiten, die sie derzeit noch von deutschen Partnerunternehmen brauchen. Außerdem setzen die Firmen aus China mit schnellen Entscheidungen, geringen Kosten und der Bereitschaft, Markteinteile dem kurzfristigen Profit vorzuziehen, die globalen Geschäftsmodelle deutscher Unternehmen unter Druck, wie aus dem Bericht hervorgeht.
Der Trend, dass deutsche Firmen in China auf der Expansionswelle chinesischer Firmen mitreiten wollen, ist schon länger bekannt. In der zurückliegenden Geschäftsklima-Umfrage der AHK hatten 542 befragte deutsche Unternehmen in China die Internationalisierung chinesischer Firmen mit 36 Prozent als wichtigste Geschäftsmöglichkeit bewertet.
Was die Partnerschaften bieten
Für den neuen Bericht sprach die AHK zwischen April und Juni mit elf nicht namentlich genannten Mitgliedsfirmen etwa aus den Bereichen Automotive, Maschinenbau und Logistik über den Trend. Deutsche Firmen in China liefern demnach in einer Partnerschaft zum Beispiel Produkte und Dienstleistungen für das Auslandsgeschäft des chinesischen Unternehmens oder helfen bei der Erfüllung internationaler Standards.
Durch die Partnerschaften wollen deutsche Firmen in China laut AHK in globalen Märkten relevant bleiben und die rückläufige Nachfrage lokaler Kunden damit ausgleichen. Den Chinesen helfe das Wissen deutscher Firmen in anderen Märkten und das dortige Vertrauen in die Marken. Chinas Unternehmen drängen ins Ausland, weil unter anderem die Nachfrage im Inland anhaltend schwach ist./jon/DP/stk
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