, APA/dpa-AFX

Wiener Börse - ATX verliert 0,66 Prozent / Negatives europäisches Börsenumfeld - Ölpreishöhenflug belastet

---------------------------------------------------------------------
AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Kursveränderungen von Einzelwerten
---------------------------------------------------------------------

Die Wiener Börse hat am Mittwoch schwächer geschlossen. Der ATX gab 0,66 Prozent ab auf 6.859,91 Punkte. Am Montag hatte der heimische Leitindex noch ein neues Rekordhoch markiert. Auch an den europäischen Leitbörsen ging es zur Wochenmitte mit den Aktienkursen deutlich abwärts. Merklich lasteten die sehr hohen Rohölpreise auf der Stimmung der Aktienanleger.

Die Investoren fürchteten weitere Störungen der Ölproduktion und -transporte und preisten folglich höhere Energiepreise für längere Zeit ein, schrieb Stratege Jim Reid von der Deutschen Bank. "Die Skepsis nimmt zu, dass die Ölpreise in den kommenden Monaten deutlich zurückgehen."

Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent kletterte erstmals seit dem Juli wieder über die Marke von 100 US-Dollar. Dadurch wurden die Sorgen vor einer weiter anziehenden Inflation gestärkt.

Heute standen keine wichtigen Datenveröffentlichungen oder Ereignisse auf dem Programm. Erst am Donnerstag werde es mit der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank interessant, schrieben die Helaba-Analysten. Marktteilnehmer rechnen fest mit einer Leitzinserhöhung. Auch die Experten von der Helaba gehen von einer Anhebung um 25 Basispunkte aus, da sich in letzter Zeit viele EZB-Vertreter in diese Richtung geäußert haben. Es wird befürchtet, dass die Inflation bei dem aktuellen Leitzinsniveau nicht auf das angestrebte Ziel zurückkehren wird, hieß es weiter.

Am heimischen Aktienmarkt lag auf Unternehmensebene weiterhin eine sehr dünne Meldungslage vor. Der Zuckerkonzern Agrana hat den Erwerb des niederösterreichischen Aromaherstellers esarom beschlossen. Der Abschluss der Transaktion soll nach Kaufvertragsunterzeichnung und kartellrechtlicher Freigabe zu Beginn des Geschäftsjahres 2027/28 erfolgen. Der vereinbarte Unternehmenswert (Enterprise Value) betrage rund 150 Mio. Euro. Die Agrana-Titel fielen um 0,9 Prozent.

Bei den schwer gewichteten Bankenwerten gab es mehrheitlich Kursrückgänge zu sehen. Die BAWAG-Titel rutschten 1,5 Prozent tiefer und die Papiere der Erste Group verbilligten sich um 1,3 Prozent. Bei der Raiffeisen Bank International konnten die Aktionäre hingegen ein Plus von 0,5 Prozent verbuchen.

Unter den weiteren Schwergewichten schwächten sich voestalpine um 2,5 Prozent ab. Wienerberger bauten ein Minus von 2,8 Prozent. Im Technologiebereich gewannen AT&S 1,2 Prozent.

Zum Teil aufwärts ging es für die Aktien der Energieversorger. Die Verbund-Anteilsscheine gewannen 1,1 Prozent und EVN-Papiere schlossen nach Verlaufsgewinnen prozentuell unverändert. Dank höherer Ölpreise gewannen die OMV-Titel 1,1 Prozent.

ste/spa

 ISIN  AT0000999982
Copyright APA/dpa-AFX. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von APA/dpa-AFX ist nicht gestattet.