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Iran erhöht nicht subventionierte Benzinpreise drastisch

Im Zuge der schweren Wirtschaftskrise hat Irans Regierung eine deutliche Erhöhung der Spritpreise angekündigt. Von Dienstag an werden die Kosten für einen Liter Benzin auf dem freien Markt von 50.000 auf 100.000 Rial verdoppelt, sagte Keramat Weys-Karami, Vorsitzender der staatlichen Gesellschaft für den Vertrieb von Erdölprodukten, im Staatsfernsehen. Die Preise für vergünstigtes Benzin blieben davon jedoch unberührt.

Im Iran wird Sprit stark subventioniert. Die ersten 110 Liter tanken Iranerinnen und Iraner mit einer Tankkarte für umgerechnet knapp einen Cent pro Liter. Ist dieses Kontingent aufgebraucht, greift der reguläre Spritpreis von dann 100.000 Rial, umgerechnet etwa vier Cent. Was aus deutscher Sicht extrem günstig wirkt, hat im Iran angesichts deutlich niedrigerer Einkommen weitreichende Folgen, etwa für Transportkosten, Energiepreise und Inflation.

Erst Ende August hatten Ängste vor Versorgungsengpässen lange Schlangen vor Tankstellen zur Folge. Autofahrer warteten in der Millionenmetropole Teheran sogar mitten in der Nacht vor den Tankstellen. Die Regierung räumte Probleme infolge des Kriegs ein, den die USA und Israel Ende Februar gegen das Land begonnen hatten. Präsident Massud Peseschkian rief seine Regierung und die Bevölkerung zur Sparsamkeit auf.

Anhebung der Spritpreise löste 2019 Proteste aus

Während der schwersten US-israelischen Angriffe im März und Anfang April wurden im Iran auch Energieanlagen, darunter Teile der Öl- und Gasindustrie sowie Treibstoffdepots bombardiert. Nach Regierungsangaben wurde beschädigte Infrastruktur zu Teilen wieder repariert. Unterdessen hat die US-Marine eine Seeblockade gegen iranische Häfen verhängt, um das Land am Export von Erdöl, seiner Haupteinnahmequelle, zu hindern.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Debatten über mögliche Preiserhöhungen gegeben, um den Verbrauch einzudämmen. 2019 löste eine Anhebung der Spritpreise landesweite Proteste aus, die vor allem von der Arbeiterschicht getragen wurden. Der Staat schlug die Demonstrationen gewaltsam nieder. Dabei kamen mehrere hundert Menschen ums Leben. Die Ereignisse gingen als "blutiger November" in die Geschichte ein./arb/DP/jha

AXC0105 2026-09-07/10:38

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