ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow gibt nach - Jobbericht weckt Zinssorgen
Nach den Kursgewinnen vom Donnerstag haben die
Anleger an den US-Börsen zum Wochenschluss vorsichtiger agiert. Die
wichtigsten Aktienindizes gaben am Freitag überwiegend leicht nach.
Im Fokus stand der Arbeitsmarktbericht für den Monat August. Demnach
ist die Beschäftigung in den USA unerwartet deutlich gestiegen. Dies
weckte am Markt wieder Sorgen, dass die Notenbank die Leitzinsen
bald anheben könnte.
Der Dow Jones Industrial fiel um 0,51 Prozent auf
53.414,25 Punkte. Am Donnerstag hatten noch Aussagen des
Notenbankmitglieds Christopher Waller die Hoffnung auf eine
ausbleibende Leitzinserhöhung in diesem Monat geweckt und die Börsen
entsprechend angetrieben. Auf Wochensicht ergibt sich nunmehr für
den US-Leitindex ein Minus in Höhe von 0,27 Prozent.
Der marktbreite S&P 500 verlor am Freitag 0,38
Prozent auf 7.718,60 Zähler. Der technologielastige Auswahlindex
Nasdaq 100 hingegen legte um 0,21 Prozent auf
29.544,15 Punkte zu.
Marktexperte Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen
(Helaba) bescheinigt den USA einen "soliden Arbeitsmarkt". Im August
sei es zu einem ansehnlichen Stellenaufbau gekommen, und die
mittlere Markterwartung wurde klar übertroffen, so der Analyst. Die
Erwartungen an eine Zinserhöhung durch die Fed dürften wieder
angeheizt werden. Höhere Zinsen aber verringern die Attraktivität
von Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren.
Für Zurückhaltung bei den Anlegern sorgte vor dem feiertagsbedingt
langen Wochenende in den USA auch der Iran-Krieg. "In den
vergangenen Handelswochen kamen die negativen Impulse aus der
geopolitischen Gemengelage oft über die Wochenenden und stellten die
Investoren montags vor vollendete Tatsachen", schrieb Marktstratege
Andreas Lipkow vom Handelshaus CMC Markets.
Als Schlusslicht im S&P 500 knickten die Aktien von Lululemon
um mehr als 17 Prozent ein. Der
Sportartikelhersteller hatte schwache Quartalszahlen vorgelegt und
seine Jahresprognose gesenkt. Analyst Paul Lejuez von der Bank
Citigroup hält die Entwicklung in China für die zentrale
Enttäuschung bei dem Unternehmen.
Die Papiere von Adobe verloren 6,7 Prozent. Das
Software-Unternehmen bekommt mit Anil Chakravarthy einen neuen Chef.
Die Berufung von Chakravarthy habe viele überrascht, hieß es von
Jefferies. Das Analysehaus selbst war davon ausgegangen, dass David
Wadhwani, der Leiter des Kreativbereichs, die vernünftigere Wahl
gewesen wäre. Dieser sei für drei Viertel des Umsatzes
verantwortlich und genieße sowohl innerhalb als auch außerhalb von
Adobe hohes Ansehen.
Nach ihrem Kurssprung am Vortag büßten die Aktien von Tesla
nun knapp sechs Prozent ein. Die mit Spannung
erwartete Präsentation des autonom fahrenden Robotaxis Cybercap
hatte die Anleger nicht überzeugt. Das Event habe im Vergleich zu
vorab bekannten Informationen wenig Neues geboten, schrieb Tom
Narayan von der kanadischen Bank RBC. Kernfragen rund um den Preis,
die Produktion und regulatorische Themen seien unbeantwortet
geblieben.
Ebenfalls nicht gut gelitten waren bei den Anlegern die
Anteilsscheine der Kreditauskunfteien Equifax und
Transunion , deren Kurse um jeweils rund sechs Prozent
absackten. Der Direktor der US-Bundesbehörde für
Wohnungsbaufinanzierung, Bill Pulte, hatte erneut Kritik an den
Unternehmen geäußert. Diese würden den Amerikanern überhöhte
Gebühren berechnen./la/stw