Wiener Börse (Nachmittag) - ATX verharrt mit 0,3 Prozent im Minus / Ölpreise und Inflationsdaten belasten - Ölpreis hilft Energiewerten
Die Wiener Börse hat am Dienstag im Verlauf weiter Verluste eingefahren, kam aber wieder etwas zurück. Der Leitindex ATX fiel um 0,28 Prozent auf 6.747,36 Punkte. Der breitere ATX prime verlor 0,39 Prozent auf 3.316,30 Einheiten. Europas Leitbörsen tendierten mehrheitlich mit Verlusten.
Anziehende Energiepreise und der unter Druck stehende Anleihenmarkt haben laut Marktbeobachtern zu Gewinnmitnahmen an den europäischen Aktienmärkten geführt. Zudem lieferten die Inflationsdaten für den Euroraum ein durchwachsenes Szenario. Die Verbraucherpreise stiegen nämlich im August um kräftige 3,3 Prozent, nach 2,9 Prozent im Juli, wie das EU-Statistikamt am Dienstag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte.
Angesichts des anhaltend hohen Preisdrucks mehren sich die Signale aus der EZB, die auf eine baldige Zinserhöhung hindeuten. Im gesamten Euroraum seien die Aufwärtsrisiken für die Inflation zuletzt wieder gestiegen, sagte der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Martin Kocher: "Sollte sich dieses Bild in der nächsten EZB-Prognose bestätigen, halte ich eine weitere Zinserhöhung in naher Zukunft für notwendig."
Belastend wirkt auch die neuerliche Eskalation im Irankrieg, der die Ölpreise in die Höhe treibt. So meldete etwa das auf maritime Sicherheit spezialisierte Beratungsunternehmen Marisks, dass jüngst zwei Rohöl-Tanker von unbekannten Geschossen getroffen wurden. Nach Angaben von Marisks befanden sich beide Schiffe gerade auf der Ausfahrt aus dem Persischen Golf. Zuvor hatte bereits die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht gemeldet, dass in der Straße von Hormuz erneut ein Öltanker angegriffen worden sei.
In Österreich haben Analysten der Erste Group Research das Kursziel für den Ölfeldausrüster SBO von 39,8 auf 35,5 Euro hinuntergesetzt. Die Empfehlung "Accumulate" bleibt bestehen. Erklärt wird die Entscheidung damit, dass die Ergebnisse aus dem ersten Halbjahr den herausfordernden Markt bestätigen, wobei die Zahlen durch negative Auswirkungen des Nahost-Konflikts beeinträchtigt wurden. Der Markt werde durch Ölpreisvolatilität, operative Schwierigkeiten in der Ölindustrie der Golfregion und verhaltenes globales Wirtschaftswachstum gebremst. SBO lagen um die Mittagszeit mit plus 0,16 Prozent bei 31,30 Euro.
An der Spitze des ATX lagen dem internationalen Trend folgend OMV mit plus 1,5 Prozent. Verbund bauten 0,9 Prozent auf.
Keine gemeinsame Richtung ist bei den schwergewichteten Bankenwerten auszumachen. BAWAG büßten 1,4 Prozent ein. Raiffeisen Bank International (RBI) fielen um 1,3 Prozent. Erste Group hingegen zogen 0,8 Prozent hinauf.
Der Stoxx Europe 600 Technology fand sich heute im negativen Bereich. Das spürten auch die Papiere des Halbleiterherstellers AT&S, die 3,4 Prozent abgaben und damit im ATX die rote Laterne innehatten.
Auch Bauwerte sind heute unter Druck, einziger Ausreißer in Österreich sind heute Strabag, die 0,5 Prozent gewannen.
moe/spa
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