Rohstoffe (Vormittag) - Brent-Ölpreis zieht auf 92,26 Dollar an / Neuerliche Eskalation im Iran-Krieg als Treiber - Goldpreis fällt auf 4.375,64 Dollar
Die Ölpreise sind am Dienstag weiter gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November wurde bei 92,26 US-Dollar gehandelt und damit 1,75 Prozent höher als am Vortag. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg 1,53 Prozent auf 83,55 Dollar.
Grund für die anziehenden Preise ist neuerliche Eskalation im Iran-Krieg. Zuletzt hatte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht gemeldet, dass in der Straße von Hormuz erneut ein Öltanker angegriffen worden sei. Demnach wurde er während der Ausfahrt aus der Meerenge von Geschossen getroffen. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb unklar.
Am Markt herrsche derzeit Ungewissheit, wie es mit dem Iran-Krieg weitergeht, sagte Rohstoffstratege Bart Melek von der kanadischen Investmentbank TD Securities. Er rechnet eher mit weiter steigenden Rohölpreisen, da es "keine Anzeichen dafür gibt, dass der normale Transit durch die Straße von Hormuz in naher Zukunft wieder aufgenommen wird".
Allgemein wird immer mehr damit gerechnet, dass die Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran noch über Monate andauern könnten. Hinzu kommt der Krieg zwischen Russland und der Ukraine mit immer neuen Angriffen auf die russische Ölindustrie, die derzeit das Angebot insbesondere bei Diesel verknappen.
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) ist zuletzt kräftig gestiegen. Wie das OPEC-Sekretariat mitteilte, betrug der Korbpreis am Montag 91,98 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Am Freitag hatte der Preis 89,59 Dollar betragen. Die OPEC berechnet diesen Preis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.
Der Goldpreis gab zu Wochenbeginn leicht nach. Zuletzt wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) bei 4.375,64 US-Dollar gehandelt. Das waren 1,65 Prozent weniger als am Vorabend.
moe/ste