ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax setzt Korrektur vom Rekord weiter fort
Der Dax hat sich am Dienstag
angesichts zunehmender Inflationssorgen und steigender Ölpreise noch
ein Stück weiter von seinem jüngsten Rekordhoch entfernt. Dabei fiel
der deutsche Leitindex erstmals seit Juli wieder unter die für den
kurzfristigen Trend wichtige 21-Tage-Linie. In der Frühe notierte
das Börsenbarometer zuletzt um 0,39 Prozent tiefer bei 26.154,79
Punkten.
Damit setzt sich die Korrektur fort, die bereits mit dem schwachen
Wochenauftakt ihren Anfang genommen hatte. Dabei hatte der Dax noch
am Freitag eine neue Bestmarke bei gut 26.618 Zählern erklommen.
Auch der MDax mit den mittelgroßen Unternehmen gab am
Dienstagmorgen etwas nach und verlor zuletzt 0,40 Prozent auf
32.594,87 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
sank zugleich moderat und an den US-Börsen hatte sich
bereits der Dow Jones Industrial am Vortag schwächer
gezeigt. Die Inflations- und Zinssorgen belasteten ebenso die
asiatischen Handelsplätze.
Angesichts schon hoher Bewertungen haben die Börsen derzeit mit den
- zuletzt durch die Zuspitzung der Lage im Iran-Krieg - weiter
steigenden Ölpreisen zu kämpfen. Hinzu kommen rekordhohe
Anleihezinsen als Belastung. Eine Zinserhöhung der Europäischen
Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche gilt seit geraumer Zeit als
sicher. Und seit entsprechenden Hinweisen von US-Notenbankchef Kevin
Warsh vom vergangenen Freitag gehen die Märkte auch von einer
Leitzinserhöhung in den USA im September aus.
"Langsam setzt sich bei den Anlegern die Erkenntnis durch, dass bei
der Zinsanpassung noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist.
Wir sehen eine weltweite Anpassung des Zinsniveaus", erklärte Jochen
Stanzl von der Consorsbank den jüngsten Abwärtsdruck an den Börsen.
Zudem hätten die noch immer ungelöste Frage des freien Seerverkehrs
durch die Straße von Hormus sowie die Fed-Signale auf eine straffere
Geldpolitik eine Verkaufswelle befeuert, die noch in der vergangenen
Woche als "vorläufig eingefangen" gegolten habe.
Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners erinnerte zudem
daran, dass der September üblicherweise ein schwacher Börsenmonat
ist. Allerdings stehe für den abgelaufenen August, der im
Durchschnitt ebenfalls negativ verlaufe, eine positive Bilanz zu
Buche, relativierte er.
Auf Unternehmensseite im Dax näherten sich Symrise
mit fast 1,9 Prozent Kursplus ihrem Jahreshoch. Hier sorgte zunächst
eine Kaufempfehlung von Jefferies für gute Stimmung. Zudem verkauft
der Aromen- und Duftstoffehersteller sein US-Geschäft mit
Terpen-Inhaltsstoffen an die Beteiligungsgesellschaft Mutares
, die damit ihr Chemiegeschäft und den Fußabdruck in
den USA stärkt. Mutares Papiere zeigten sich von dem Deal wenig
bewegt.
Die Aktien des Technologiekonzerns Kontron
profitierten mit 1,2 Prozent Aufschlag von Aufträgen für
Bahnkommunikationslösungen aus Rumänien. Ebenfalls im SDax
zollten OHB -Papiere dem starken Lauf
am Vortag Tribut und gaben um mehr als viereinhalb Prozent nach. Ein
milliardenschwerer Satellitenauftrag der Europäischen Union hatte
den Kurs des Bremer Raumfahrtunternehmens zu Wochenbeginn
angetrieben.
Weitere Analystenstudien bewegten die Kurse. So kletterten an der
Dax-Spitze die Papiere des Pharma- und Technologiekonzerns Merck
nach einer Kaufempfehlung der HSBC um
2,3 Prozent. Gleich mehrere positive Expertenmeinungen gaben dem
Versorger RWE Schub um 1,5 Prozent. GFT erreichten
nach einer positiven Berenberg-Studie ein Hoch seit dem Sommer 2024
und verteuerten sich zuletzt an der SDax-Spitze um 5,7 Prozent. Der
vor kurzem bekanntgegebene Vertrag des Softwareanbieters mit der
Deutschen Bank sei ein positiver Trigger und mögliches Vorbild für
ähnliche Deals, schrieb Berenberg-Analyst Wolfgang Specht.
Zalando -Papiere knüpften unterdessen mit einem Plus
von fast einem halben Prozent an ihren jüngsten starken Kursanstieg
an. Damit ließen sich die Titel des Online-Modehändlers nicht
anstecken von den Nachrichten zum schwachen Börsendebüt des
chinesischen Konkurrenten Shein in Hongkong. Börsianer verwiesen
jedoch darauf, dass das Zalando-Papier im September nicht mehr zu
den Goldman-Favoriten gehört./tav/stk