Wiener Börse - Glänzende Strabag verhilft ATX zu Rekordhoch / Leitindex gewinnt 1,7 Prozent - Warsh signalisiert Handlungsbereitschaft - Strabag-Aktien springen um fast 16 Prozent auf ein Allzeithoch
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Starke Zahlen und ein angehobener Ausblick der Strabag sowie eine Erholung im Bankensektor haben den ATX am Freitag auf neue Höhen getrieben. Eher restriktiv aufgefasste Aussagen des Fed-Chefs Kevin Warsh belasteten die Stimmung nicht. Warsh signalisierte Handlungsbereitschaft, sollte sich die Inflation in den USA nicht dem Zwei-Prozent-Ziel der US-Notenbank annähern.
Der ATX ging mit plus 1,65 Prozent auf 6.786,58 Punkten praktisch am Tageshoch aus dem Handel. Auf Wochensicht ergibt sich ein Zuwachs von 2,3 Prozent. Für den ATX Prime ging es am Freitag um 1,56 Prozent auf 3.335,76 Zähler hinauf. Im europäischen Umfeld gab es ebenfalls klare Gewinne, wobei auch der deutsche DAX ein Rekordhoch erklomm.
Fed-Chef Kevin Warsh hat bei seiner mit Spannung erwarteten Rede in Jackson Hole Handlungsbedarf im Kampf gegen die hohe Inflation nicht ausgeschlossen. "Hier ist mein Maßstab: Wir müssen davon überzeugt sein, dass sich die zugrunde liegende Inflation auf unser Ziel zubewegt - und zwar eindeutig und mit ausreichender Geschwindigkeit", sagte Warsh am Freitag am Wirtschaftssymposium der Federal Reserve. "Andernfalls steht uns noch Arbeit bevor."
Die Aussagen würden darauf hindeuten, dass Warsh Zinserhöhungen offener gegenüberstehen könnte, beurteilte Commerzbank-Ökonom Christoph Balz. Zweifel bleiben laut Balz jedoch bestehen, weil der Fed-Chef zwar die seit 65 Monaten zu hohe Inflation betonte, eine Zinsanhebung auf der jüngsten Sitzung aber ausblieb.
National standen ein weiteres Mal die Bauwerte im Fokus. Mit einem Kurssprung von 15,8 Prozent schlossen Strabag ganz oben im Leitindex, womit die Titel ebenfalls ein neues Rekordhoch markierten. Der Baukonzern hatte nach einem starken ersten Halbjahr und einem erneut kräftigen Auftragseingang den Ausblick für Bauleistung und Marge angehoben. Analyst Michael Marschallinger von der Erste Group sprach von starken Sechsmonatszahlen. Die Kombination aus Rekord-Auftragsbestand, beschleunigter Infrastrukturaktivität, angehobenen Prognosen und möglichen Aufwärtskorrekturen der Analystenschätzungen unterstütze das weitere Aufwärtspotenzial der Aktie.
In dem Sog stabilisierten sich auch Porr, deren Anleger am Vortag noch enttäuscht auf eine Verfehlung der Umsatzschätzungen sowie einen verlangsamenden Auftragseingang reagiert hatten. Analysten fanden jedoch insbesondere mit Blick auf die Gewinnentwicklung des Baukonzerns lobende Worte. Berenberg-Analyst Andreas Wolf verwies zudem auf Anzeichen einer Verbesserung der Auftragsdynamik, er bekräftigte seine Kaufempfehlung. Die Porr-Titel gewannen gut 2,4 Prozent, nach dem Verlust von 7,5 Prozent am Donnerstag.
Des Weiteren erholten sich die heimischen Bankwerte. BAWAG, Erste Group und RBI legten um bis zu 1,9 Prozent zu. Am Vortag hatten die Titel in einem schwachen europäischen Sektor nachgegeben, wobei die Erste-Analysten auf Diskussionen um politische Risiken in Frankreich verwiesen.
spa/ste
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