Aktien Frankfurt: Dax-Anleger vor Warsh-Rede mit Respekt vor Rekordhoch
Vor der Rede des US-Notenbankchefs Kevin Warsh
auf der Tagung in Jackson Hole notiert der Dax am
Freitagnachmittag nicht weit entfernt von seinem Rekordhoch. Zuletzt
gewann der deutsche Leitindex 0,53 Prozent auf 26.506 Punkte. Gegen
Mittag hatten ihm mit rund 26.554 Punkten nur knapp 20 Zähler bis
zum Höchststand gefehlt.
Der MDax mit den mittelgroßen Unternehmen legte am
Nachmittag um 0,44 Prozent auf 33.092 Punkte zu. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,7
Prozent.
Die Zahlen großer US-Technologieunternehmen wie Nvidia
oder Salesforce hatten am Vortag schon
die Märkte angetrieben. Auch der sinkende Ölpreis verhilft den
Aktienkursen weiter nach oben.
Die Augen der Anleger sind nun auf Kevin Warsh gerichtet, der am
Nachmittag (16 Uhr MESZ) auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole im
US-Bundesstaat Wyoming sprechen wird. Warsh könne das Problem
steigender US-Renditen nicht wegreden, schrieb Edgar Walk,
Chefvolkswirt von Metzler Asset Management. Es dürfte für ihn
schwierig werden, die langfristigen Renditen allein mit einer Rede
nachhaltig nach unten zu bewegen.
Zyklische Auto- und Chemiewerte waren vor dem Wochenende gefragt. An
der Dax-Spitze gewannen die Anteile von BMW 3,7
Prozent und profitierten von einer positiveren Haltung der
Citigroup. Volkswagen und Mercedes-Benz
gewannen jeweils mehr als 2 Prozent, so wie die
Papiere des Chemikalienhändlers Brenntag . Im MDax
spiegelte sich die Sektorenpräferenz mit kräftigen Kursgewinnen für
Lanxess , Wacker Chemie und Aumovio
wider.
Weiter auf Rallykurs befinden sich die Aktien von Deutz
, die am Freitag auf den höchsten Stand seit 1998
kletterten und am frühen Nachmittag um 2,9 Prozent anzogen. Die
Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) ist für den
Kölner Motorenbauer, der sich damit stärker im Rüstungsgeschäft
engagiert, derzeit der stärkste Treiber.
Der jüngsten Erholung des Aktienkurses von Redcare Pharmacy
versetzte eine Personalie einen Dämpfer. Olaf
Heinrich entschied sich nach drei Jahren an der Unternehmensspitze
zum Rückzug. Als Nachfolge ist Peter Schmid von Linstow vorgesehen,
der seit April 2026 bereits Mitglied im Aufsichtsrat ist. Die
Redcare-Anteile büßten zuletzt 1,7 Prozent ein./ajx/stk