Aktien Europa: Vorsichtige Erholung von Vortagsverlusten
Der europäischen Börsen haben am
Freitag leicht zugelegt. Sie erholten sich damit von den
Vortagesverlusten, die es an vielen der großen Handelsplätze gegeben
hatte, und folgten den Gewinnen an der Wall Street.
Die Aufmerksamkeit ist nun ganz auf die anstehende Rede des
US-Notenbankpräsidenten Kevin Warsh in Jackson Hole am Nachmittag
gerichtet. "Entscheidend wird sein, wie der Markt für langfristige
US-Staatsanleihen reagiert", merkte Edgar Walk, Chefvolkswirt von
Metzler Asset Management, dazu an. "Ein nachhaltiger Rückgang der
Rendite 30-jähriger Treasuries würde als Erfolg gewertet werden."
Die Chancen dafür stünden allerdings schlecht.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg am späten
Vormittag um 0,75 Punkte auf 6.473,12 Punkte. Dabei erholten sich
französische Aktien etwas stärker. Hier waren Bankwerte am Vortag
unter Druck gekommen und hatten damit den Markt belastet.
Außerhalb des Euroraums gewann der Schweizer Leitindex SMI
0,27 Prozent auf 14.422,93 Punkte. Der britische FTSE
100 kletterte um 0,22 Prozent auf 10.816,69 Punkte.
Stärkster Sektor waren der der Autowerte. Die Aktien von BMW
gewannen 1,5 Prozent und profitierten dabei von einer
positiveren Haltung der Citigroup. Renault waren mit
1,6 Prozent Aufschlag ebenfalls gefragt.
Im Bausektor ragten Aktien von Strabag mit über zehn
Prozent Gewinn hervor. Sie reagierten damit auf Halbjahreszahlen,
einen Rekordauftragsbestand und das angehobene Margenziel. Analyst
Michael Marschallinger von dem Bankhaus Erste Group sprach von
starken Zahlen des Baukonzerns. Die Kombination aus
Rekord-Auftragsbestand, beschleunigter Infrastrukturaktivität und
aktualisiertem Ausblick signalisiere weiteres Aufwärtspotenzial.
Zur Schwäche neigten dagegen die Technologiewerte. Hier gab es
negative Signale aus den USA, nachdem Marvell Technology
die zuvor von Nvidia neu entfachte
Euphorie rund um Künstliche Intelligenz (KI) wieder gedämpft hatte.
Die Quartalszahlen waren bei Anlegern nicht gut angekommen, obwohl
das US-Unternehmen seine Ziele nach oben geschraubt hatte.
Goldman-Analyst James Schneider bezeichnete die Ergebnisse des
KI-Chipherstellers zwar als grundsätzlich positiv, die
Markterwartungen seien jedoch immens hoch gewesen./mf/mis