Wiener Aktienmarkt vorbörslich kaum bewegt erwartet / Warten auf Warsh-Rede - Strabag hebt nach starkem Halbjahr Ausblick an
Vor mit Spannung erwarteten Äußerungen aus der US-Notenbank dürften sich die Anleger am Wiener Aktienmarkt zunächst zurückhalten. Bankenindikationen sahen den ATX am Freitag rund 50 Minuten vor Handelsbeginn bei 6.678 Punkten und damit praktisch auf dem Niveau vom Vortag. Das europäische Umfeld wird nach guten US-Vorgaben moderat im Plus erwartet.
Vor dem Wochenende sind alle Augen auf das jährliche Notenbankertreffen in Jackson Hole, Wyoming, gerichtet. Besonders gilt dies für die ab 16 Uhr anstehenden Wortmeldungen des US-Notenbankchefs Kevin Warsh, von denen sich Marktteilnehmer Hinweise auf die Geldpolitik der Fed sowie seiner Einschätzung zur Lage an den Anleihemärkten erhoffen. Experten rechnen dabei jedoch nicht mit vielen klaren Aussagen.
"Die Forderungen aus dem Markt nach einem nachvollziehbaren Fahrplan zur Inflationsbekämpfung werden lauter", schrieben zuletzt die Ökonomen Jörg Bayer und Gunter Deuber von Raiffeisen Research. Jedoch hatte Warsh immer wieder klargemacht, dass er sich mit Blick auf den künftigen Zinspfad bedeckt halten wolle. "Wir erwarten eher keine (umfassenden) unterstützenden Aussagen für den US-Anleihemarkt und wenig bis keine weitere geldpolitische Festlegungen, eventuell gepaart mit einem leicht falkenhaften Bias", so die Experten.
Vorbörslich stark erholt waren die Bauwerte. Auf der Handelsplattform Tradegate lagen Strabag zuletzt fast fünf Prozent im Plus, nachdem der Baukonzern nach einem starken ersten Halbjahr und einem kräftigen Auftragseingang den Ausblick für Bauleistung und Marge angehoben hatte. Analyst Michael Marschallinger von der Erste Group erwartet, dass der Markt mit steigenden Gewinnprognosen reagieren wird. Die Kombination aus Rekord-Auftragsbestand, beschleunigter Infrastrukturaktivität und aktualisierter Guidance unterstreiche weiteres Aufwärtspotenzial.
Am Donnerstag hatte der ATX um 1,22 Prozent schwächer bei 6.676,23 Punkten geschlossen.
Die größten Kursgewinner im prime market am Donnerstag:
AT&S +6,38% 146,80 Euro Rosenbauer +3,29% 62,80 Euro Frequentis +3,29% 75,40 Euro
Die größten Kursverlierer im prime market am Donnerstag:
Porr -7,50% 37,60 Euro Agrana -3,49% 11,05 Euro Erste Group -3,27% 121,40 Euro
spa/ger
ISIN AT0000999982