Aktien Frankfurt Ausblick: Dax im Plus vor Warsh-Rede - Rekordhoch im Blick
Vor der Rede des US-Notenbankchefs Kevin Warsh
auf der Tagung in Jackson Hole bleiben die Anleger am Freitag
zuversichtlich. Der X-Dax signalisierte eine Stunde
vor der Xetra-Eröffnung für den deutschen Leitindex
ein Plus von 0,3 Prozent auf 26.448 Punkte. Bis zu seinem Rekordhoch
fehlen ihm nur noch etwas mehr als 100 Punkte.
Die Zahlen großer US-Technologieunternehmen wie Nvidia
oder Salesforce hatten am Vortag die
Märkte angetrieben. Vor allem an der Nasdaq-Börse in New York war es
deutlich bergauf gegangen. Getrübt wird dies jedoch durch
nachbörslich hohe Kursverluste für die Aktien des KI-Chipherstellers
Marvell Technology , der sich laut Marktanalyst
Maximilian Wienke vom Broker etoro neben Nvidia und Broadcom
zu einem wichtigen Profiteur des
KI-Infrastrukturbooms entwickelt habe. Nach extremer Kursrally sei
bei Marvell bereits viel Wachstum eingepreist.
Am Markt sind am Freitag die Augen auf Kevin Warsh gerichtet, der am
Nachmittag (16 Uhr MESZ) auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole
sprechen wird. Die Märkte warteten gespannt auf Signale zum weiteren
Zinskurs, denn in Erwartung einer möglicherweise restriktiven
Haltung seien die Anleiherenditen bereits gestiegen, schrieb die
Commerzbank.
Sende die Rede von Kevin Warsh die richtigen Signale, könnte sich
der Dax auf einem neuen Rekordhoch ins Wochenende verabschieden,
glaubt Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Zuletzt hat ein
ruckartiger Renditeanstieg auch den Dax aus dem Tritt gebracht.
Heute entscheidet Warshs Wortwahl darüber, ob der Zins-Blues vorerst
vom Parkett verschwindet."
Die Aktien von Traton verloren auf Tradegate im
vorbörslichen Handel 3,1 Prozent im Vergleich mit dem Xetra-Schluss.
Die Schweizer Bank UBS hatte sie nach starkem Lauf von "Buy" auf
"Neutral" abgestuft. Das Margenziel des Nutzfahrzeugherstellers sei
zwar konservativ gesetzt und könnte noch etwas steigen, der
Marktkonsens habe sich aber wohl bereits darauf eingestellt, hieß
es.
Die Titel des Software-Unternehmens Nemetschek sanken
auf Tradegate um 1 Prozent nach einem Kursplus von fast 10 Prozent
am Vortag. Händler verwiesen auf einen schwächeren Cashflow-Ausblick
von Autodesk, der die Papiere des US-Wettbewerbers nachbörslich
belastet hatte./ajx/stk