Wiener Börse (Mittag) - ATX verliert 0,74 Prozent / Porr-Aktie nach Ergebnispräsentation unter Verkaufsdruck - AT&S-Titel legen in starkem Sektor deutlich zu
Die Wiener Börse hat sich am Donnerstag im Mittagshandel schwächer gezeigt. Der ATX gab um 0,74 Prozent auf 6.708,17 Einheiten ab. Auch an den europäischen Leitbörsen überwogen im Verlauf die negativen Vorzeichen.
Unterstützend wurden nur im Technologiebereich die am Vorabend präsentierten Nvidia-Zahlen aufgenommen, welche die Erwartungen übertrafen. Die ungebrochene Nachfrage nach Rechenkraft für KI-Anwendungen treibt den global dominierenden KI-Chipkonzern weiter an.
In den Fokus rückt nun das Notenbanktreffen in Jackson Hole, dessen Höhepunkt die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh am Freitag sein wird. Das ganz große Risiko dürften Marktteilnehmer daher zunächst nicht eingehen, kommentierte Timo Emden, Marktanalyst von Captrader. Die Unsicherheit über die zukünftige Ausgestaltung der US-Geldpolitik bremse den Risikoappetit.
In einem starken Technologiesektor gewann die AT&S-Aktie in Wien 7,5 Prozent. Mit Zahlenvorlagen rückten am heimischen Aktienmarkt Porr, EVN, CA Immo, UBM und Bajaj Mobility in den Fokus. Die auffälligste Kursreaktion absolvierte nach Ergebnispräsentation die Porr-Aktie mit einem Abschlag von 7,3 Prozent.
Die Ergebnisse des Baukonzerns fielen im abgelaufenen Jahresviertel laut Erste Group-Analysten gemischt aus. Die Produktions- und Umsatzzahlen lagen 3 Prozent bzw. 4 Prozent unter den Schätzungen der Bank, während das EBIT von 42 Mio. Euro die Erste-Prognose um 6 Prozent und den Marktkonsens um 8 Prozent übertraf. Dies wurde nach Einschätzung der Experten durch eine starke Gewinnmarge von 2,5 Prozent gestützt, die auf ein effektives Kostenmanagement und Effizienzsteigerungen zurückzuführen sei.
Die Bajaj Mobility AG (ehemals PIERER Mobility AG) hat nach einem starken ersten Quartal 2026 auch im Halbjahr deutlich zugelegt. Der Konzernumsatz der KTM-Mutter erhöhte sich im Jahresvergleich um 65 Prozent auf 704,1 Mio. Euro. Das EBITDA verbesserte sich auf 37,6 Mio. Euro, nach minus 183,3 Mio. im Vorjahr. Das EBIT lag bei minus 24,8 Mio. (zuvor minus 256,3 Mio. Euro). Im zweiten Quartal drehte das EBIT erstmals seit dem Sanierungsverfahren ins Plus, so der Motorradhersteller. Die Bajaj-Titel beschleunigten zu Mittag um 3,4 Prozent.
Der Energieversorger EVN hat in den ersten drei Quartalen des Wirtschaftsjahres 2025/26 sowohl Umsatz als auch Ergebnis gesteigert. Der Umsatz legte um 3,1 Prozent auf 2,43 Mrd. Euro zu. Das Ergebnis stieg um 20,8 Prozent auf 525,1 Mio. Euro. Hier gab es ein Kursplus von 1,4 Prozent zu sehen. Das Unternehmen präsentierte laut Erste Group-Analysten erneut starke Quartalszahlen und hob zudem seine Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 an.
Das Immobilienunternehmen CA Immo ist im ersten Halbjahr in die Verlustzone gerutscht. Unterm Strich stand ein Minus von 1,4 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 31,3 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Das in der Branche wichtige nachhaltige Ergebnis (FFO I) ging um 11,7 Prozent auf 55,6 Mio. Euro zurück. Grund für den Fehlbetrag seien unter anderem geringere Mieteinnahmen und hohe Zinsen. Die CA Immo-Aktie gab 1,3 Prozent nach.
Der Wiener Immobilienentwickler UBM Development AG hat im ersten Halbjahr 2026 die Trendwende geschafft und ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Wie das Unternehmen mitteilte, drehte das Ergebnis vor Steuern (EBT) auf plus 7,3 Mio. Euro, nach einem Verlust von 5,8 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Haupttreiber für den Ergebnisaufschwung waren anhaltend starke Wohnungsverkäufe sowie erste Asset-Verkäufe. Das Zahlenwerk lag deutlich über den Prognosen der Erste Group. Die UBM-Anteilsscheine bauten ein Plus von 1,2 Prozent.
Klar abwärts ging es für die schwergewichteten Bankenwerte Bawag, Erste Group und Raiffeisen Bank International mit Abschlägen zwischen 1,5 und 1,9 Prozent.
Flughafen Wien-Titel gewannen 0,8 Prozent auf 52,20 Euro an Höhe. Die Analysten der Erste Group haben ihr Kursziel für den Airport von 54,3 auf 57,1 Euro angehoben. Die Empfehlung "Hold" wurde unverändert beibehalten.
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