Aktien Europa: Nvidia hilft nur Halbleiterwerten - Märkte träge vor Jackson Hole
Der starke Ausblick des
kalifornischen KI-Taktgebers Nvidia hat am Donnerstag
auch die Kurse im europäischen Halbleitersektor angetrieben. Der
Gesamtmarkt blieb allerdings vor dem am Nachmittag startenden
Notenbanktreffen in Jackson Hole eher träge.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel am
Vormittag um 6 Punkte auf 6.464 Punkte. Außerhalb des Euroraums
büßte der Schweizer Leitindex SMI sogar 0,8 Prozent
ein auf 14.421 Punkte. Der britische FTSE 100 verlor
ein halbes Prozent auf 10.823 Punkte.
Der Stoxx Europe 600 Technology schaffte es auch mit
bis zu 1,8 Prozent Plus nicht, den marktbreiten Stoxx Europe 600
voranzubringen. "Nvidia hat geliefert und schaltet
noch einmal einen Gang hoch", schrieb Kapitalmarktexperte Jürgen
Molnar von Robomarkets. "Aber die Musik spielt jetzt in Jackson
Hole. Das Syposium der US-Notenbank ist oft eine Bühne für wichtige
geldpolitische Signale."
Entsprechend gespannt sind die Anleger und wagen sich nicht weit aus
der Deckung, zumal Fed-Chef Kevin Warsh erst am Freitag seine Rede
halten wird. "Und die Ausgangslage könnte spannender kaum sein", so
Molnar. Denn der PCE-Deflator als für die Amerikaner maßgebliches
Inflations-Barometer habe erst tags zuvor deutlich über dem
Zwei-Prozent-Ziel der Fed gelegen. "Für eine Zinserhöhung im
September stehen die Chancen weiterhin fast pari - die Entscheidung
bleibt damit völlig offen."
So fielen nur Halbleiterwerte im Sog nachbörslicher
Nvidia-Kursgewinne positiv auf. STMicro , Infineon
, ASM International und ASML
legten klar zu. Begünstigt wurde der Branchentrend
zudem vom US-Softwarekonzern Salesforce , die mit
ihrer KI-Strategie vorankommen. Hierfür gab es nachbörslich
zweistellige Kursgewinne als Belohnung.
Unter Druck stand derweil vor allem der Nahrungsmittel- und
Getränkesektor aufgrund schwacher Aussichten von
Pernod Ricard . Analyst Pierre Tegner von der
Investmentbank Oddo BHF wies nach der Jahresbilanz des
Spirituosenkonzerns vor allem auf den mauen Ausblick für das
Geschäftsjahr 2027 hin. Zudem peile das Management für das Wachstum
bis 2029 nun eher das untere Ende seiner Zielspanne zwischen 3 und 6
Prozent an. Der Ergebniskonsens dürfte sinken, so Tegner./ag/stk