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Selenskyj: Haben einige 'Patriots' erhalten - brauchen mehr

Die Ukraine hat nach langem Klagen über fehlenden Schutz vor Angriffen mit russischen ballistischen Raketen nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj nun einige "Patriot"-Lenkflugkörper zur Abwehr erhalten. Er könne keine Zahlen nennen, sagte er bei einer Pressekonferenz mit dem estnischen Präsidenten Alar Karis. Aber die Ukraine brauche noch mehr von diesen Abfangraketen, sagte Selenskyj. "Wir danken unseren Partnern für all diese Unterstützung", teilte er auch bei Telegram mit.

Selenskyj sagte nicht, woher die Ukraine die Raketen erhalten habe. Er hatte seit Wochen kritisiert, dass die westlichen Verbündeten Lieferzusagen nicht eingehalten hätten und die Waffen lieber für sich selbst behielten. Am Sonntag hatte Selenskyj gesagt, dass das Land dringend 300 Patriot-Raketen als Winterpaket brauche. Die Luftstreitkräfte hätten sogar einen Bedarf von 360 Raketen angemeldet.

"Aber wenn jährlich nur 600 produziert werden, sind 360 nicht einfach zu beschaffen", sagte Selenskyj. Unter anderem hatte er erklärt, dass die USA fünf oder zehn Prozent ihrer Bestände abgeben könnten. Für 2027 bis 2028 gebe es eine Zusage von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) über die Lieferung von insgesamt 600 Raketen, hatte er ukrainischen Medien bei einem Treffen am Wochenende gesagt.

Ukraine will Russland an Raketenproduktion hindern

Das Patriot-Abwehrsystem gilt als besonders effektiv bei der Verteidigung gegen die schnellen ballistischen Raketen Russlands. Den fehlenden Schutz in der Ukraine hatte Moskau zuletzt für besonders viele Raketenangriffe ausgenutzt.

Selenskyj erklärte, dass Russland jährlich bis zu 1.300 ballistische Raketen herstellen könne. "Derzeit verfügen sie über 600 bis 630", sagte er. "Wir haben eine ungefähre Vorstellung davon, welche Stückzahl sie von heute bis zum Ende des Winters erreichen wollen. Grob geschätzt könnten sie monatlich 100 ballistische Raketen produzieren." Die Ukraine arbeite mit ihren Angriffen auch weiter an einer Schwächung der russischen Rüstungsindustrie, damit es nicht zu einer solchen Produktion komme. Allerdings braucht Kiew eigenen Angaben nach für den Abschuss einer ballistischen Rakete im Schnitt zwei Patriot-Flugabwehrraketen.

Russland führt seit mehr als viereinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland./mau/DP/stw

AXC0178 2026-08-25/16:21

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