Aktien Frankfurt: Dax rutscht unter Marke von 26.000 Punkte
Der Dax hat am Donnerstag seine
Verluste ausgeweitet. Am frühen Nachmittag stand der deutsche
Leitindex 0,65 Prozent im Minus bei 25.921 Punkten. Damit setzte er
den jüngsten Abwärtstrend fort. Mit dem Rutsch unter die runde Marke
von 26.000 Punkten testete er die für den kurzfristigen Trend
wichtige 21-Tage-Linie, die als Unterstützung aber hielt. Der MDax
der mittelgroßen Unternehmen sank um 0,37 Prozent auf
31.703 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
ging es um 0,5 Prozent nach unten.
Sein Rekordhoch hatte der Dax in der Vorwoche bei 26.573 Punkten
erreicht. Seither fehlen Impulse. Gestiegene Renditen an den
Anleihemärkten und steigende Ölpreise wegen des Iran-Kriegs belasten
die Stimmung. Vor dem Hintergrund fehlender Erfolge bei den
Verhandlungen mit Teheran drohte US-Präsident Donald Trump dem Iran
mit einem beispiellosen "Wirtschaftskrieg".
"Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt und eine freie Seefahrt
in der Straße von Hormus eher Wunschdenken als Realität", heißt es
in einer Einschätzung der Landesbank Helaba. "Vor diesem Hintergrund
überrascht es nicht, dass sich die Energiepreise auf einem erhöhten
Niveau festgesetzt haben."
Zur Wochenmitte habe der Dax noch weitgehend "dem Asien-Beben
getrotzt", betonte Analyst Frank Sohlleder vom Broker Activtrades
mit Blick auf die dortigen heftigen Kursverluste, von denen sich die
technologielastigen Börsen inzwischen wieder etwas erholt haben. Er
warnte aber auch, es bleibe abzuwarten, ob sich der Dax stabilisiere
oder ihn "die Mischung aus steigenden Energiekosten und
Zinsunsicherheit in die Knie zwingt".
Halbjahreszahlen von Tonies halfen den Aktien
anfangs. Sie sanken zuletzt aber um 3,3 Prozent. Der
Spielwarenhersteller berichtete eine überraschend deutliche
Umsatzsteigerung. Allerdings gingen die Ergebniskennziffern wegen
Produktmix-Effekten und neuer US-Zölle deutlich zurück. Dass das
bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) laut Metzler-Analyst Felix
Dennl über der Konsensschätzung lag, verpuffte am Markt. Oliver
Wojahn von MWB Research machte die Entwicklung der freien Barmittel
als entscheidenden Schwachpunkt aus.
Für deutliche Kursausschläge sorgten ansonsten Analystenaussagen.
Die Aktien von Sartorius gewannen dank einer
Kaufempfehlung der Schweizer Bank UBS 3,8 Prozent. Premium-Wachstum
verdiene auch eine Premium-Bewertung, begründete Matthew Weston
seine Hochstufung. Er hob seine Umsatz- und Ergebnisprognosen für
den Labordienstleister und Pharmazulieferer bis 2031 im Schnitt um
rund drei Prozent an.
Continental -Titel verteuerten sich um 1 Prozent. Jose
Asumendi von der US-Bank JPMorgan äußerte sich in einer
Brancheneinschätzung positiv zu dem Reifenhersteller sowie
Konkurrent Michelin , dessen Aktien er nun ebenfalls
mit "Overweight" empfiehlt. Er passte seine Schätzungen für die
europäischen Hersteller an die jüngsten monatlichen Absatzzahlen an.
Von Conti bleibt Asumendi weiter überzeugt angesichts einer robusten
Profitabilität im Reifengeschäft.
Dagegen sackten die Brenntag -Titel um 3 Prozent auf
59,80 Euro ab. Die US-Investmentbank Bank of America nahm die
Bewertung mit einem Kursziel von 55 Euro und der Einstufung
"Underperform" wieder auf. Für den Chemikalienhändler gehe es nach
den außerordentlichen Gewinnen im Zuge des Nahost-Kriegs zurück zum
"business as usual", schrieb Matthew Yates. Er zeigte sich
überrascht, dass der Konsens für 2027 noch stabile Ergebnisse
erwarte. Yates selbst stapelt tiefer, da Einsparungen die
wegfallenden Übergewinne nicht kompensieren dürften.
Eine gestrichene Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux führte beim
Werbevermarkter Ströer zu einem Kursrückgang von 3,1
Prozent. Die Experten des Analysehauses vermissen kurzfristige
Kurstreiber abseits einer möglichen Übernahmeofferte aus Kreisen von
Finanzinvestoren. Im Mai war bekannt geworden, dass die
US-Private-Equity-Gesellschaft Blackstone wohl nicht
mehr an einer möglichen Übernahme interessiert ist./gl/jha/