Rohstoffe (Vormittag) - Ölpreise legen weiter zu / Goldpreis gibt Vortagesgewinne teilweise ab
Die Ölpreise sind am Donnerstag weiter gestiegen. Sie knüpften damit an die leichte Aufwärtsbewegung der vergangenen Handelstage an, nachdem US-Präsident Donald Trump neue Drohungen an den Iran gerichtet hatte. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im Oktober wurde bei 92,43 Dollar gehandelt und damit fast ein Prozent höher als am Vortag.
Am Ölmarkt bleibt die Entwicklung im Iran-Krieg das bestimmende Thema. Nachdem die Ölpreise zu Beginn der Handelswoche deutlicher gestiegen waren, gab es in den vergangenen Tagen vergleichsweise wenig Bewegung, obwohl US-Präsident Trump vor dem Hintergrund fehlender Erfolge bei den Verhandlungen mit Teheran dem Iran mit einem "Wirtschaftskrieg" gedroht hatte. Medien im Iran reagierten zunächst zurückhaltend auf Trumps neue Drohung.
Anlagestratege Haris Khurshid vom US-Hedgefonds Karobaar Capital verwies auf die zuletzt vergleichsweise geringen Kursbewegungen. "Dass sich der Ölpreis kaum bewegt hat, ist womöglich die eigentliche Nachricht." Nach Einschätzung des Experten habe der Markt gelernt, den Preis für Rohöl nicht bei jeder neuen Schlagzeile sofort anzupassen.
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) ist zuletzt gestiegen. Wie das OPEC-Sekretariat am Donnerstag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Mittwoch 91,27 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Am Dienstag hatte der Preis 89,57 Dollar betragen. Die OPEC berechnet diesen Preis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.
Der Goldpreis gab einen Teil der Vortagesgewinne ab. Zuletzt wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) bei 4.491,86 US-Dollar gehandelt. Das waren 0,68 Prozent weniger als am Vorabend.
Am Vortag hatte der Goldpreis von fallenden Renditen am Anleihemarkt profitiert, nachdem das US-Finanzministerium angekündigt hatte, die Rückkäufe langlaufender Anleihen zu erhöhen. Die Marktstrategen der Deutschen Bank verwiesen zudem auf Sorgen über finanzielle Repression durch die US-Regierung, was Anleger in das Edelmetall getrieben hätte.
spa/mik