Österreichische Staatsanleihen im Späthandel mit Verlusten / Keine Impulse durch positive Konjunkturaussichten für Deutschland
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Dienstagnachmittag mit Kursverlusten gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe ist um 5 Basispunkte auf 3,48 Prozent gestiegen. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 26 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future fiel um 0,20 Prozent auf 123,79 Punkte.
Belastet wird der Kurs durch anziehende Ölpreise. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober notierte am Dienstagnachmittag bereits bei 91,23 US-Dollar. Damit kostete die Referenzsorte 0,32 Prozent mehr als am Vortag.
Positive Konjunkturaussichten für Deutschland blieben ohne Folgen. Die ZEW-Konjunkturerwartungen haben sich in Deutschland im August erneut verbessert. Das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW stieg gegenüber dem Vormonat um 7,9 Punkte auf plus 34,2 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich einen Anstieg auf 30,0 Punkte erwartet.
In den USA ist die Industrieproduktion im Juli etwas weniger als erwartet gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat legte sie um 0,2 Prozent zu, wie die US-Notenbank Fed am Dienstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten einen Anstieg um 0,3 Prozent erwartet. Außerdem sind die US-Importpreise im Juli überraschend gefallen. Sie sanken um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das US-Arbeitsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. Dafür sorgten vor allem sinkende Kosten für die Einfuhr von Rohöl. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem leichten Anstieg von 0,1 Prozent gerechnet. Zudem wurden die Juni-Zahlen kräftig revidiert - von einem Plus von 0,3 Prozent auf ein Minus von 0,3 Prozent.
Angesichts negativer Nachrichten vom Arbeitsmarkt und des leichten Inflationsrückgangs dürfte die US-Notenbank laut Ökonomen vor einer Zinserhöhung zurückschrecken. Insgesamt 94 von 104 befragten Experten gehen in einer aktuellen Reuters-Umfrage davon aus, dass die Federal Reserve (Fed) den Leitzins Mitte September unverändert in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen wird.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,87 2,83 0,04 5 5 Jahre 3,10 3,04 0,06 15 10 Jahre 3,48 3,43 0,05 26 30 Jahre 4,04 4,00 0,04 27
moe/spa