Aktien Frankfurt: Dax hält sich knapp unter seinem jüngsten Rekordhoch
Der Dax hat sich am Montag in
unmittelbarer Distanz zu seinem Rekordhoch gehalten. Dieses hatte
der deutsche Leitindex am Mittwoch mit knapp 26.574 Punkten
erreicht, bevor leichte Gewinnmitnahmen eingesetzt hatten. Am
Nachmittag gab der um 0,1 Prozent auf 26.423 Punkte nach, was aber
nichts an seinem seit nunmehr vier Wochen in Folge positiven Lauf
ändert.
Seither hat der Dax um sechseinhalb Prozent zugelegt und sein
Jahresplus auf knapp acht Prozent ausgebaut. Seit dem Jahrestief im
März - ausgelöst durch den Iran-Krieg und stark verteuerter Ölpreise
- stieg er sogar um etwas mehr als 20 Prozent.
Der MDax , der Index der mittelgroßen Werte, hielt
sich am Nachmittag stabil mit minus 0,1 Prozent auf 32.433 Zähler.
Nach Monaten voller Sorge und Ungewissheit beunruhigt die verfahrene
Lage im Iran-Krieg die Anleger immer weniger. Und das, obwohl in dem
für 60 Tage anberaumten Rahmenabkommen zur Klärung besonders
umstrittener Themen wie etwa dem Umgang mit Irans Atomprogramm
weiter keine Fortschritte erzielt wurden und dieses nun ausläuft.
Stattdessen goss US-Präsident Donald Trump kurz vor dem Wochenende
"Öl ins Feuer", als er die Übernahme der Straße von Hormus
ankündigte. Der Iran stellte daraufhin die Wiederaufnahme von
Verhandlungen mit den USA offen infrage.
Anlagestratege Mislav Matejka von der Bank JPMorgan bleibt derweil
generell optimistisch für die Aktienmärkte. Grund dafür sind die
steigenden Unternehmensgewinne. Trotz der Indexrekorde sei die
Positionierung der Anleger weiter alles andere als extrem, schrieb
er. Die Marktbreite nehme zu, was heißt, dass die Anstiege nicht nur
von wenigen starken Werten getragen werden.
Hinzu kommt, dass in den USA die jüngsten Arbeitsmarkt- und
Inflationsdaten die Sorgen vor steigenden Leitzinsen in den USA
vorerst wieder in den Hintergrund haben treten lassen.
Unternehmensseitig blieb es am Montag ruhig. Im Dax erholte sich die
Aktien mit KI-Bezug, wie etwa Siemens Energy und
Infineon weiter und zählten mit plus 2,3 Prozent und
plus 0,7 Prozent zu den Index-Favoriten. Dass der Umsatz des
US-KI-Konzerns Anthropic im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr
um mindestens das Vierzehnfache gestiegen ist, sorgte für gute
Stimmung.
Das Vonovia-Papier gab derweil um 1,9 Prozent nach
und litt unter der Wiederaufnahme der Bewertung mit "Underperform"
durch die französische Investmentbank Exane BNP.
Im MDax profitierte der Anteilsschein von Salzgitter
mit plus 2,2 Prozent von einer Empfehlung der Bank of America. Die
US-Bank sieht angesichts von Handelsschutzmaßnahmen durch die EU ein
Aufwärtspotenzial von 18 Prozent für die Konsensschätzung zum
operativen Konzernergebnis 2027.
Im SDax zählte die erst seit Kurzem eingezogene Aktie
von OHB mit plus 3,3 Prozent zu den Spitzenwerten.
Neuigkeiten zum europäischen Satellitennetzwerk gaben Auftrieb. Wie
das "Handelsblatt" unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute
Personen schreibt, hat sich das belgische Start-up Aerospacelab
gegen Airbus durchgesetzt und den Auftrag für den Bau
des Großteils der Satelliten für das geplante Netzwerk Iris2
erhalten. Aus Deutschland sei OHB mit an Bord und werde sogenannten
MEO-Satelliten herstellen. Der Auftragswert hierfür liege wohl bei
knapp einer Milliarde Euro, hieße es./ck/stk