Dax-Konzerne machen Rekordgeschäfte - und streichen Jobs
Deutschlands größte Börsenkonzerne haben im
zweiten Quartal insgesamt Rekordgeschäfte gemacht, bauen aber
zugleich Tausende Stellen ab. Die 40 Dax-Konzerne
Den höchsten operativen Quartalsgewinn meldete demnach die Deutsche
Telekom (6,9 Milliarden Euro), gefolgt von Allianz (4,9 Mrd.), VW
Boom bei Rüstung und KI, Flaute in der Autobranche
Auch der Umsatz der Dax-Unternehmen erreichte mit rund 463 Milliarden Euro in Summe einen Bestwert; er stieg um 4,6 Prozent oder knapp 20,5 Milliarden Euro. Allerdings werde das Wachstum von relativ wenigen Branchen getragen, die derzeit eine Sonderkonjunktur erlebten - von der Rüstungsindustrie über die Profiteure des Booms um Künstliche Intelligenz und Rechenzentren bis hin zu Chemieunternehmen, die wegen des Iran-Kriegs und Versorgungsengpässen in Asien die Preise anheben konnten. Zudem verbuchten Banken und Versicherungen zuletzt Rekordgewinne.
"Bei vielen klassischen Industriekonzernen, allen voran in der Autobranche, ist von einer Trendwende dagegen nichts zu spüren", schreibt EY in der Studie, für die Quartalszahlen und Pressemitteilungen analysiert wurden.
So verzeichneten die Autokonzerne im zweiten Quartal einen
Umsatzrückgang um 1,2 Prozent und einen operativen Gewinneinbruch um
12 Prozent. Das größte Minus beim Betriebsgewinn musste BMW
"Wer nur auf die Rekordsummen schaut, könnte meinen, die Krise sei überstanden - aber das Gegenteil ist der Fall", sagt Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY. "Zum einen bleibt die Nachfrage am Heimatstandort Deutschland schwach, das Gewinn- und Umsatzwachstum findet in erster Linie im Ausland statt." Zum anderen sei die Lage in Teilen der Industrie fragil.
Jobabbau besonders in der Autobranche
Die Folge der Wirtschaftsflaute zeigt sich auch bei den
Beschäftigten. Zum 30. Juni beschäftigten die Dax-Konzerne rund 3,49
Millionen Menschen - 1,2 Prozent oder 41.000 weniger als ein Jahr
zuvor. 21 von 37 Unternehmen, die Angaben zur Beschäftigung machen,
bauten Jobs auf, 16 reduzierten sie. Vor allem der Stellenabbau in
der Autobranche drückt die Beschäftigung, während etwa der
Rüstungskonzern Rheinmetall
Die Krise der Autobranche sei nicht ausgestanden, sagt Jan Brorhilker, Managing Partner bei EY. Hier gebe es weiter erheblichen Restrukturierungsbedarf "und wir werden einen weiteren Beschäftigungsrückgang sehen"./als/DP/zb
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Relevante Links: BMW AG, Rheinmetall AG, Siemens AG, Bayer AG, Daimler Truck Holding AG, Volkswagen AG, Vonovia SE