ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx setzt Rekordlauf fort - Nahost-Hoffnung
Der EuroStoxx 50 ist
am Donnerstag auf Rekordkurs geblieben. Der Leitindex für die
Eurozone stieg um 0,39 Prozent auf 6.502,56 Punkte. "Für Rückenwind
sorgt die Hoffnung auf eine Einigung zwischen Iran und Oman über
eine neue Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus", stellte
Marktexperte Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets fest.
Seitens des Omans gab es zunächst keine öffentliche Stellungnahme zu
der angeblich bevorstehenden Einigung. Die USA sollen nicht daran
beteiligt gewesen sein. Der iranische Machtapparat betont immer
wieder, nicht mit den Vereinigten Staaten verhandeln zu wollen.
Außerhalb der Eurozone gab der schweizerische Leitindex SMI
um 0,23 Prozent auf 14.518,75 Punkte nach. Der
britische FTSE 100 ("Footsie") verlor 0,19 Prozent
auf 10.867,89 Punkte.
Aus Branchensicht waren europaweit Unternehmen aus dem Mediensektor
stark gefragt. Er wurde angetrieben von einem
Kurssprung in Höhe von fast 29 Prozent bei den Aktien von WPP
. Beobachter bewerteten die Geschäftszahlen des Werbe-
und Medienkonzerns als Befreiungsschlag. Die Dynamik verbessere sich
und WPP mache Fortschritte bei seinem Plan zur Stabilisierung des
Geschäfts, schrieb Daniel Kerven von der US-Bank JPMorgan.
Auch Telekomwerte zogen an. Hier setzte das
Schwergewicht Deutsche Telekom mit 6,3 Prozent
Kursgewinn an der EuroStoxx-Spitze ein Ausrufezeichen. Die
Telefongesellschaft hatte ihren Ausblick für den Barmittelfluss für
das Gesamtjahr leicht angehoben. Zudem baut der Konzern sein
Aktienrückkaufprogramm deutlich aus.
An der "Footsie"-Spitze schnellten die Aktien von Diageo
um 5,6 Prozent in die Höhe. Der schwächelnde
britische Spirituosenkonzern peilt mittelfristig wieder eine
Rückkehr zu Umsatzwachstum an. Im neuen Geschäftsjahr 2026/27 (Ende
Juni) wird es damit zwar wohl noch nichts werden, allerdings sollen
Kostensenkungen das operative Ergebnis aus eigener Kraft schon
dieses Jahr um einen niedrigen bis mittleren einstelligen
Prozentsatz heben.
Für die Anteilscheine von Easyjet ging es um fast
drei Prozent nach oben. Der britische Billigflieger soll an den
US-Finanzinvestor Apollo gehen. Dieser sicherte sich
nach einigem Hin und Her die Unterstützung des Managements und der
Gründerfamilie Haji-Ioann für seine Offerte
An der SMI-Spitze stiegen die Anteilscheine von Swisscom
um mehr als vier Prozent. Analysten hatten das besser
als erwartet laufende schweizerische Kerngeschäft sowie die rasch
voranschreitende Integration von Vodafone Italia gelobt.
Nicht ganz so eindeutig war die Entwicklung bei den Versicherern.
Die Papiere von Swiss Re schlossen nach anfänglichen
Verlusten 0,7 Prozent im Plus. Insgesamt fanden die Halbjahreszahlen
in Kommentaren lobende Worte, allerdings wurde auch auf den
anhaltenden Preisdruck im Rückversicherungsgeschäft verwiesen.
Zurich-Aktien sackten als Schlusslicht im SMI um drei
Prozent ab. Analysten hatten die Entwicklung der Schaden- und
Unfallversicherung bemängelt. Die Experten der Landesbank
Baden-Württemberg verwiesen zudem auf die hohe Bewertung der
Papiere./la/he