ROUNDUP: Aumovio stellt mehr Dividende und Aktienrückkäufe in Aussicht
Der Autozulieferer Aumovio
Das Papier kletterte um 3,9 Prozent auf 40,15 Euro. Im laufenden Jahr steht damit zwar noch ein Minus von gut 5 Prozent auf dem Kurszettel der Aktionäre. Allerdings ist die jüngste Tendenz nach oben gerichtet. Vor allem der Vergleich mit BMW um ein zugeliefertes Bremssystem hatte Unsicherheit aus der Aktie entweichen lassen. Analystin Vanessa Jeffriess von der US-Investmentbank Jefferies sah in den Details zur Kapitalallokation insgesamt wenig Überraschendes.
Wie es im Tagesgeschäft im zweiten Quartal gelaufen war, hatte Aumovio bereits Ende Juli bekanntgemacht, als das Unternehmen eine Lösung des Rechtsstreits mit BMW um ein zugeliefertes Bremssystem präsentierte.
Diese Einigung über eine Vergleichszahlung über 350 Millionen Euro an BMW zog Aumovio mit Sonderkosten von rund 200 Millionen Euro nun tiefer in die roten Zahlen. Der Verlust im zweiten Quartal lag insgesamt bei 440 Millionen Euro, nach einem Fehlbetrag von 15 Millionen Euro ein Jahr zuvor.
Der Umsatz fiel im zweiten Quartal von 4,7 auf 4,2 Milliarden Euro. Das war auf weniger Absatz, Preisanpassungen sowie negative Währungseffekte zurückzuführen. Aumovio ist als Autozulieferer vor allem vom Produktionsvolumen der Autobauer abhängig, die Lage in der Branche ist aktuell schlecht. Zudem straffte der Konzern sein Portfolio, unter anderem wurden Standorte verkauft.
Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern sackte im Quartal von 167 Millionen Euro ein Jahr zuvor auf 50 Millionen Euro ab. Die entsprechende Marge fiel von 3,5 auf 1,2 Prozent. Ohne die Folgen des Vergleichs hätte der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern 152 Millionen Euro betragen und der Umsatz bei rund 4,3 Milliarden Euro gelegen, hieß es.
In der Folge des Vergleichs mit BMW hatte Aumovio auch bereits seine Jahresprognosen gestutzt. Der um Portfolioveränderungen bereinigte Umsatz dürfte noch 17,0 bis 17,5 Milliarden Euro betragen. Die operative Marge wird zwischen 3,0 und 4,0 Prozent erwartet. Der sogenannte normalisierte freie Mittelzufluss (Free Cashflow) soll sich in der Bandbreite von 500 bis 700 Millionen Euro einpendeln. Dabei rechnet Aumovio neben Zahlungen für Zu- und Verkäufe auch Sondereffekte aus der Kennzahl heraus.
Zu- oder Verkäufe von Unternehmensteilen will Aumovio je nach Gelegenheit handhaben. Zunächst steht das Wachstum aus eigener Kraft im Vordergrund. Um das Geld zusammenzuhalten, will Aumovio aber langfristig die Kosten für Forschung und Entwicklung auf 9 Prozent des Umsatzes drücken. Für das kommende Jahr hatte das Management um Chef Philipp von Hirschheydt bereits eine Quote von unter 10 Prozent in Aussicht gestellt. Im ersten Halbjahr 2026 lag sie allerdings noch bei über 14 Prozent.
Noch unter dem Konzerndach von Continental waren dem Autozulieferer von Investoren hohe Forschungsausgaben vorgeworfen worden. Von Hirschheydt hat im Unternehmen mit seinem Sparkurs bereits tausende Jobs auch in der Entwicklung gestrichen.
Noch unter Conti wurden 5.400 Verwaltungsjobs und 1.750 Stellen in der Forschung und Entwicklung abgebaut. Weitere 3.000 Jobs in Forschung und Entwicklung entfielen zum Großteil schon bis Ende 2025. Im Januar wurde der Abbau von weiteren 4.000 Stellen in dem Bereich angekündigt. Bei den noch laufenden Sparrunden gehen erneut Arbeitsplätze in Deutschland verloren, der Schwerpunkt liegt aber auf dem Ausland.
Auch in der Produktion hat Aumovio den Rotstift angesetzt. Von weltweit 55 Produktionsstätten Ende 2025 sollen bis Ende 2028 zehn wegfallen. So kündigte das Unternehmen im März an, ein Werk in China dichtzumachen. 1.500 Stellen in der Produktion fallen damit zusätzlich weg./men/nas/mis
ISIN DE000AUM0V10
AXC0176 2026-08-06/10:25
Relevante Links: Aumovio SE