Aktien Frankfurt: Leichte Gewinne - Zuversicht für Nahost-Konflikt
Der jüngste Höhenflug am deutschen Aktienmarkt
hat sich am Mittwochnachmittag etwas abgeschwächt. Hoffnungen auf
eine Beilegung des Iran-Krieges, weiter sinkende Ölpreise und eine
Rally bei Technologie-Aktien hatten den Dax zunächst
klar nach oben auf ein weiteres Rekordhoch getrieben. Zuletzt
notierte der Leitindex nur noch 0,2 Prozent im Plus bei 26.259
Punkten.
Der MDax legte um 0,1 Prozent auf 32.605 Punkte zu.
Der EuroStoxx 50 gewann ebenfalls 0,1 Prozent. Am
Morgen hatte der Leitindex des Euroraums ebenfalls ein neues Hoch
markiert.
Wie das US-Nachrichtenportal "Axios" berichtete, sollen die USA, der
Iran und der Oman kurz vor einer vorübergehenden Vereinbarung zur
Öffnung der Schifffahrtsroute durch die für den Ölhandel wichtige
Straße von Hormus stehen. Die US-Regierung strebe eine entsprechende
Ankündigung noch am Mittwoch an. Der Vorschlag soll demnach
vorsehen, dass keine Maut oder Gebühren erhoben werden.
"Die Investoren tendieren derzeit dazu, den Tag vor dem Abend zu
loben. Das Wirrwarr aus den vergangenen Wochen und Monaten sollten
ein mahnendes Beispiel für verfrühten Optimismus sein", gab
Marktanalyst Timo Emden vom Broker CapTrader zu bedenken.
Ein optimistischerer Geschäftsausblick von Fresenius
überzeugte die Anleger des Medizin- und Krankenhauskonzerns. Der
Aktienkurs stieg bis auf den höchsten Stand seit Mitte März und
notierte zuletzt 6,7 Prozent im Plus. Damit waren die Papiere der
Spitzenreiter im Dax. Jefferies-Analyst James Vane-Tempest
attestierte dem Unternehmen ein starkes Wachstum.
Die Geschäfte von Siemens Energy laufen weiter rund.
Der Energietechnikkonzern steigerte im dritten Quartal Umsatz und
Gewinn deutlich und übertraf dabei die Erwartungen der Analysten.
Den im Frühjahr angehobenen Ausblick bestätigte Siemens Energy. Für
die in diesem Jahr sehr gut gelaufenen Papiere ging es zuletzt um
1,1 Prozent aufwärts.
Höhere Mieten gaben Deutschlands größtem Wohnimmobilienkonzern
Vonovia im ersten Halbjahr Auftrieb. Aber auch das
Geschäft mit Zusatzleistungen entwickelte sich deutlich besser. Auf
den Nettogewinn drückten hingegen höhere Finanzierungskosten. Die
Ergebnisziele für das laufende Jahr bestätigte Vonovia, wurde für
das Mietwachstum wegen des Berliner Mietspiegels aber vorsichtiger.
Die Aktien reagierten darauf mit einem Kursrückgang von 2,4 Prozent.
Der Halbleiterhersteller Infineon erzielte dank der
boomenden Nachfrage nach Stromchips für KI-Rechenzentren im dritten
Geschäftsquartal einen Rekordumsatz. Auch im wichtigen
Automobilgeschäft zogen die Geschäfte an. Die Ergebnisse und der
Ausblick könnten allerdings für Enttäuschung sorgen, vermutete
JPMorgan-Experte Sandeep Deshpande. Die Infineon-Titel sackten als
Dax-Schlusslicht um 5,4 Prozent ab.
Eine Aufstockung des Aktienrückkaufprogramms sowie
US-Zollrückzahlungen brachten die Titel der DHL Group
nicht voran. Nach ihrem starken Lauf seit Anfang April bis in die
Nähe des fünf Jahre alten Rekordhochs aus der Corona-Zeit verloren
die Titel zuletzt 3,1 Prozent. Seit Jahresanfang steht aber ein Plus
von fast 20 Prozent zu Buche.
Gea will eigene Aktien im Wert von bis zu einer
halben Milliarde Euro zurückkaufen. An der Börse kam dies gut an.
Die Anteilsscheine des Anlagenbauers legte um 0,9 Prozent zu.
Die Aussicht auf Klarheit für die US-Geschäfte von Wacker Chemie
mit dem Chip- und Solarindustrie-Grundstoff
Polysilizium trieb den Aktienkurs um 7,2 Prozent nach oben an die
Spitze des MDax. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte unter Berufung
auf Insider berichtet, dass die US-Regierung die Einführung einer
Preisuntergrenze sowie von Zöllen für Polysilizium und verwandte
Produkte vorbereite./edh/mis