ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax weiter auf Höhenflug - Nahost-Zuversicht
Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch an
seinen jüngsten Höhenflug angeknüpft und erneut fester eröffnet.
Hoffnungen auf eine Beilegung des Iran-Krieges, weiter sinkende
Ölpreise und eine Rally bei Technologie-Aktien sorgen für eine
zunehmende Risikoneigung der Anleger.
Damit geht die Rekordjagd des Dax weiter. Kurz nach
Handelsstart erklomm der Leitindex mit rund 26.404 Punkten eine
weitere Bestmarke. Zuletzt notierte er 0,4 Prozent im Plus bei
26.313 Zählern.
Der MDax gewann 0,5 Prozent auf 32.723 Punkte. Für
den EuroStoxx 50 ging es um 0,2 Prozent aufwärts. Der
Leitindex des Euroraums hatte zuvor ebenfalls ein neues Hoch
markiert.
Wie das US-Nachrichtenportal "Axios" berichtete, sollen die USA, der
Iran und der Oman kurz vor einer vorübergehenden Vereinbarung zur
Öffnung der Schifffahrtsroute durch die für den Ölhandel wichtige
Straße von Hormus stehen. Die US-Regierung strebe eine entsprechende
Ankündigung noch am Mittwoch an. Der Vorschlag soll demnach
vorsehen, dass keine Maut oder Gebühren erhoben werden.
"Die Rekordjagd an den Börsen geht weiter", resümierte der
Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. "Die erhoffte
Wiedereröffnung der Straße von Hormus würde die Öl- und Gaspreise
weiter fallen lassen. Niedrigere Energiekosten dämpfen die
Inflationserwartungen." Die Notenbanken wären wohl nicht mehr
"gezwungen", die Zinsen anzuheben. Mit sinkenden Energiekosten und
wohl eher niedrigen Finanzierungskosten für Unternehmen gebe es zwei
Faktoren, die sich positiv auf die Unternehmensgewinne auswirken
können.
Die Aktien von Fresenius setzten sich mit plus 5,3
Prozent an die Dax-Spitze und stiegen damit auf das höchste Niveau
seit März. Der Krankenhausbetreiber und Pharmahersteller blickt nach
einem erfolgreichen Quartal zuversichtlicher auf 2026.
Jefferies-Analyst James Vane-Tempest attestierte dem Unternehmen ein
starkes Wachstum.
Die Geschäfte von Siemens Energy laufen weiter rund.
Der Energietechnikkonzern steigerte im dritten Quartal Umsatz und
Gewinn deutlich und übertraf dabei die Erwartungen der Analysten.
Den im Frühjahr angehobenen Ausblick bestätigte Siemens Energy. Für
die Papiere ging es um 1,2 Prozent aufwärts. Das Unternehmen habe
ein starkes drittes Geschäftsquartal hinter sich, lobte ein Händler.
Wie erhofft, habe die Windkrafttochter Gamesa den Weg zurück in die
Profitabilität gefunden.
Höhere Mieten gaben Deutschlands größtem Wohnimmobilienkonzern
Vonovia im ersten Halbjahr Auftrieb. Aber auch das
Geschäft mit Zusatzleistungen entwickelte sich deutlich besser. Auf
den Nettogewinn drückten hingegen höhere Finanzierungskosten. Die
Ergebnisziele für das laufende Jahr bestätigte Vonovia, wurde für
das Mietwachstum wegen des Berliner Mietspiegels aber vorsichtiger.
Die Aktie verlor 1,4 Prozent.
Der Halbleiterhersteller Infineon erzielte dank der
boomenden Nachfrage nach Stromchips für KI-Rechenzentren im dritten
Geschäftsquartal einen Rekordumsatz. Auch im wichtigen
Automobilgeschäft zogen die Geschäfte an. Die Ergebnisse und der
Ausblick könnten allerdings für Enttäuschung sorgen, vermutete
JPMorgan-Experte Sandeep Deshpande. Die Infineon-Titel sackten als
Dax-Schlusslicht um 3,8 Prozent ab.
Der Logistikkonzern DHL will vor dem Hintergrund der
positiven Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr mehr Aktien
zurückkaufen als bislang geplant. Die Bonner hatten bereits vor
knapp einem Monat erste Eckdaten für das abgelaufene zweite Quartal
verkündet. Die Aktie büßte 1,9 Prozent ein./edh/mis