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Österreichische Staatsanleihen im Späthandel mit Kursgewinnen / Iran verhandelt mit Oman in der Frage der Straße von Hormuz - Arbeitslosenzahlen steigen seit 40 Monaten

Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Montagnachmittag mit Kursgewinnen gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe fiel im Gegenzug um 6 Basispunkte auf 3,37 Prozent. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 22 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future stieg um 0,49 Prozent auf 124,83 Punkte.

Der Iran verhandelt nach Angaben von Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei mit dem Oman über einen gemeinsamen vorläufigen Schifffahrtskorridor in der strategisch wichtigen Straße von Hormuz. Dabei gehe es um einen Rundkurs statt mehrerer separater Fahrrinnen, sagte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Diese neue Schiffsroute könnte vorübergehend genutzt werden, bis es eine endgültige Regelung gebe. Nach Angaben von Baghaei handelt es sich um bilaterale Verhandlungen zwischen den beiden Anrainerstaaten. Teheran führe derzeit keine Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten. Fragen im Zusammenhang mit dem Iran und den USA sollten in den nächsten Phasen geprüft werden, um eine weitere Entwicklung abzuschätzen.

Ins Blickfeld der Akteure rückten auch heimische Arbeitsmarktdaten. Die schwache Konjunkturentwicklung in Österreich lässt die Zahl der Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmer seit dem Frühjahr 2023 steigen. Ende Juli waren 364.200 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos oder in Schulung gemeldet. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat von 1,3 Prozent. "Nach nunmehr 40 Monaten steigender Arbeitslosigkeit wiederholt sich meine Analyse leider zwangsläufig", so AMS-Vorstand Johannes Kopf in einer Stellungnahme. Es gebe "zu wenig internationale Nachfrage, zu hohe Energie- und Lohnstückkosten, zu wenig Konsum, zu wenig Investitionen. Kurz: zu wenig Wirtschaftswachstum." Sorgen bereitet dem AMS-Chef die Krise der deutschen Automobilindustrie und die Auswirkungen auf die österreichischen Zulieferbetriebe. Manche Zulieferer werden "veritable Probleme" bekommen, erwartet Kopf.

In den USA sieht indes Notenbanker John Williams die Inflation auf dem Rückzug und bekräftigt zugleich geldpolitische Handlungsbereitschaft. "Meine persönliche Prognose ist, dass die Inflation in der zweiten Jahreshälfte zurückgehen und im kommenden Jahr weiter sinken wird", sagte der Chef des regionalen Fed-Bezirks New York in einem Reuters-Interview. Die Federal Reserve sei geldpolitisch "gut aufgestellt", um die Inflation wieder auf das Zielniveau von zwei Prozent zurückzuführen.

Am Freitag hatten sich zwei der Verfechter eines strafferen geldpolitischen Kurses zu Wort gemeldet. Die Chefin des Notenbankbezirks Cleveland, Beth Hammack, verwies darauf, dass die Inflation seit mehr als fünf Jahren über dem Notenbankziel liege. Der Chef des Fed-Bezirks Minneapolis, Neel Kashkari, vertrat die Ansicht, die Fed hätte die Zinsen am Mittwoch anheben sollen - als ersten Schritt einer ganzen Reihe von Erhöhungen.

Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:

Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten)
2 Jahre     2,81   2,87       -0,06                        4
5 Jahre     3,00   3,07       -0,07                       14
10 Jahre    3,37   3,43       -0,06                       22
30 Jahre    3,93   3,96       -0,03                       27

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