ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx etwas höher - FTSE mit Rekord
Europas Aktienmärkte haben am
Freitag nachlassende Gewinne verzeichnet. Die massive Erholung der
Halbleiteraktien in Asien ließ die Märkte aufatmen, doch in den USA
kam sie nach dem Auftakt an der technologielastigen Nasdaq-Börse
dann schnell zum Erliegen. Dies bremste dann auch in Europa das
Aktienumfeld, zumal die Ölpreise als Auswirkung des anhaltenden
Iran-Kriegs wieder etwas stiegen.
Der EuroStoxx 50 schaffte es am Vormittag mit knapp
6.422 Punkten ganz dicht an seinen Rekord, der mit 6.431 Zählern
fast vier Wochen alt ist. Über die Ziellinie ging der
Eurozonen-Leitindex dann aber nur noch bei 6.358,01 Punkten. Aus dem
1,2-prozentigen Spitzenplus wurde ein nur noch moderater Anstieg um
0,2 Prozent. Die Woche beendete er 1,2 Prozent höher und im Juli hat
er ein halbes Prozent gewonnen.
Außerhalb des Euroraums entfernte sich der SMI mit
einem Abschlag von 0,32 Prozent auf 14.346,14 Punkte etwas weiter
von seinem Rekord, den der Schweizer Leitindex am Mittwoch
aufgestellt hatte. Der britische FTSE 100 konnte
seine Bestmarke nochmals leicht auf 10.989 Punkte steigern, scheute
aber erneut einen Versuch, die 11.000er Marke anzugreifen. Am Ende
gab er um 0,27 Prozent auf 10.868,05 Punkte nach.
Im Tech-Sektor wendete sich das Bild etwas. Infineon
blieb zwar mit 3,7 Prozent ein großer Gewinner, doch die Aktien des
Chipindustrieausrüsters ASML verloren am Ende 0,4
Prozent. In den USA tat sich der Nasdaq-Index nach einem starken
Auftakt zuletzt schwer damit, im Plus zu bleiben. Während nach
Microsoft am Vortag nun die Amazon
-Zahlen gefeiert wurden, enttäuschte der
iPhone-Hersteller Apple .
In Europa wurden Einzelwerte einmal mehr von Quartalszahlen bewegt.
Zu den positiven Überraschungen gehörte der Baukonzern Saint-Gobain
mit einem Kurssprung um fast sieben Prozent. Dessen
Geschäfte hatten sich nach einem schwachen Jahresauftakt im zweiten
Quartal belebt. Die Erwartungen seien auf breiter Basis übertroffen
worden, lobten die Analysten von RBC.
Insgesamt war die Entwicklung im Baustoffsektor aber durchwachsen,
so rutschten die Titel von Holcim in Zürich um 2,8
Prozent ab. Der Zementkonzern hatte mit seinen Halbjahreszahlen die
Markterwartungen zwar übertroffen und den Ausblick erhöht. Eine
Reihe von Investoren hätte sich beim Betriebsgewinn aber eine
kräftigere Erhöhung des Ausblicks gewünscht, hieß es.
Im Finanzsektor glänzte mit Crédit Agricole ein
weiteres Bankhaus mit guten Zahlen, die einen Anstieg um 2,6 Prozent
zur Folge hatten. Nicht ganz so gut kamen dagegen die Zahlen des
Versicherers Axa an. Solide, aber unspektakulär, hieß
es hierzu von der RBC. Anleger waren damit nicht zufrieden, wie ein
Abschlag von 0,6 Prozent zeigt.
Der zweitbeste Branchenindex nach den wieder anziehenden Öl- und
Gaswerten waren die Versorger. Hier legten Engie um
vier Prozent zu. Das Unternehmen erhöhte seine Jahresprognose und
baut dabei auf Kosteneinsparungen und schwankende Energiepreise.
Am Ende des europäischen Branchenfeldes lagen abgeschlagen die
Medienwerte. Der Sektor litt unter dem Kurseinbruch um 25 Prozent
bei Universal Music , der auch die Titel des
Großaktionärs Vivendi mit fast 20 Prozent ins Minus
zog. Sie reagierten damit auf die Quartalszahlen des Musikkonzerns.
Bei Bernstein war von einer Enttäuschung auf allen Ebenen die Rede.
Nach den schwachen Zahlen zum ersten Quartal habe man nun eigentlich
auf eine Verbesserung gesetzt./tih/he