Devisen: Euro gibt etwas nach - Inflationszahlen bewegen kaum
Nach deutlichen Kursgewinnen an den Vortagen
hat der Euro
Marktbeobachter sprachen von einer leichten Gegenbewegung beim Euro. Am Donnerstag hatten überraschend robuste Konjunkturdaten der Gemeinschaftswährung Auftrieb verliehen. Die am Vormittag veröffentlichten Inflationszahlen aus der Eurozone bewegten den Markt kaum. Die Inflation in der Eurozone ist im Juli nach dem Rückgang im Vormonat wieder gestiegen. Das Plus lag jedoch im Rahmen der Erwartungen. Mit 2,9 Prozent liegt die Inflationsrate deutlich über dem mittelfristigen Inflationsziel der EZB.
"Klare Indizien für ernstzunehmende Zweitrundeneffekte gibt es bislang nicht", schreibt VP Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel. Für die EZB bestehe daher kein akuter Handlungsbedarf. "Ob die europäischen Währungshüter auf ihrer nächsten Sitzung im September den Zins anheben werden, darf infrage gestellt werden."
Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer vertritt die entgegengesetzte Position: "Die erneuten Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran machen auch eine zweite Zinserhöhung durch die EZB immer wahrscheinlicher." Dafür spreche die überraschend gestiegene Kernrate. Zudem nähere sich die Inflation insgesamt immer näher an die Projektionen der EZB an, bei denen die Notenbank zwei Zinserhöhungen unterstellt habe. Eine Leitzinsanhebung im September würde den Eurokurs tendenziell stützen.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85573 (0,85715) britische Pfund, 184,03 (186,99) japanische Yen und 0,9304 (0,9324) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete 4.046 Dollar. Das waren rund 56 Dollar weniger als am Vortag./jsl/he
ISIN EU0009652759
AXC0259 2026-07-31/17:13