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Wiener Aktienmarkt vorbörslich mit Gewinnen erwartet / Zahlen von OMV und RBI - AT&S nach starken Tech-Vorgaben gefragt

Angetrieben von fallenden Ölpreisen, guten Unternehmensergebnissen und starken Tech-Vorgaben dürfte der ATX am Freitag mit Gewinnen ins Geschäft starten. Bankenindikationen taxierten den österreichischen Leitindex rund eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn bei 6.491 Punkten und damit 0,6 Prozent im Plus. In gleicher Höhe dürfte der Wochengewinn ausfallen und die Juli-Bilanz nur geringfügig schlechter. Das europäische Umfeld wird zum Wochenausklang freundlich erwartet.

Auch abseits der Ölpreisentwicklung bleibt die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf der Inflationsentwicklung. Denn am Vormittag stehen die entsprechenden Juli-Daten für die Eurozone an. Die bereits veröffentlichten Zahlen für Deutschland und Spanien würden zur Vorsicht mahnen, schreiben die Ökonomen der Helaba, denn sie hätten beide einen energiepreisbedingten Anstieg der Teuerung aufgewiesen.

Mit Blick auf die Berichtssaison, die in Österreich diese Woche ihren Höhepunkt erreicht hatte, standen vor dem Wochenende noch die Veröffentlichungen der OMV und der RBI an.

Die OMV hat im zweiten Quartal 2026 einen kräftigen Anstieg im operativen Geschäft verbucht. Das um Lagereffekte bereinigte operative Ergebnis vor Sondereffekten (CCS) stieg im Zeitraum April bis Juni im Jahresvergleich um 65 Prozent auf 1,71 Mrd. Euro. Der unbereinigte Periodenüberschuss nach Minderheiten betrug im ersten Halbjahr 2,015 Mrd. Euro, war aber durch Einmaleffekte infolge der Borealis-Dekonsolidierung stark beeinflusst.

RBC-Analyst Adnan Dhanani sprach in einer ersten Reaktion von soliden Zahlen des heimischen Ölkonzerns, die selbst die durch das jüngste Trading-Update erhöhten Erwartungen übertroffen hätten. Der starke Beitrag von Borouge International sollte ermutigend wirken, zusammen mit der anhaltenden Stärke bei den Margen, so der Experte.

Auch die RBI konnte mit einem kräftigen Gewinnwachstum aufwarten und übertraf damit die Erwartungen. Das Konzernergebnis (ohne Russland) lag im Zweitquartal bei 499 Mio. Euro, während Analysten im Schnitt nur mit 408 Mio. gerechnet hatten. Der angehobene Ausblick erscheine konservativ, schrieb Barclays-Experte Krishnendra Dubey zu den Zahlen der heimischen Bank.

Ein starkes vorbörsliches Plus wiesen AT&S aus. Die Titel könnten damit an ihre Erholungsbewegung vom Vortag anknüpfen, nachdem sie zuletzt kurz den tiefsten Stand seit Ende Mai markiert hatten. Starke Vorgaben lieferten die technologielastigen asiatischen Märkte, wo der südkoreanische Leitindex Kospi um gut 18 Prozent anzog. Die Marktstrategen der Deutschen Bank verwiesen auf die euphorisch aufgenommenen Quartalszahlen des US-Technologiekonzerns Microsoft.

Am Donnerstag hatte der ATX um 2,44 Prozent höher bei 6.454,79 Punkten geschlossen. In der auf Hochtouren laufenden Berichtssaison rückten am heimischen Markt Andritz, AMAG, Erste Group und Verbund mit Quartalszahlen in den Fokus. Die auffälligste Kursreaktion gab es bei Andritz mit einem Plus von mehr als neun Prozent zu sehen. Der steirische Anlagenbauer hat im ersten Halbjahr 2026 einen neuen Rekord beim Auftragsbestand verzeichnet.

Die größten Kursgewinner im prime market am Donnerstag:

AT&S    +12,75% 134,40 Euro
Andritz +9,43%  81,20 Euro 
Lenzing +6,38%  23,35 Euro 

Die größten Kursverlierer im prime market am Donnerstag:

Verbund    -2,63% 57,35 Euro
Rosenbauer -2,24% 61,00 Euro
Zumtobel   -1,92% 4,08 Euro 

spa/mik

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