ROUNDUP/USA: Wirtschaftswachstum schwächt sich ab
Das Wachstum der US-Wirtschaft hat sich im Frühjahr abgeschwächt. Im zweiten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um annualisiert 1,5 Prozent, wie das Handelsministerium am Donnerstag laut einer ersten Erhebung in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Durchschnitt mit einem Wirtschaftswachstum von 2,0 Prozent gerechnet. Im ersten Quartal war die größte Volkswirtschaft der Welt um 2,1 Prozent gewachsen.
Gestützt wird das Wirtschaftswachstum weiterhin durch einen Anstieg der Konsumausgaben, der Investitionen und Exporte. Belastet wurde das Wachstum jedoch durch einen Rückgang der Staatsausgaben und einem Anstieg der Importe.
"Es mag sich paradox anhören, aber der KI-Boom schmälert das Wachstum gleichzeitig auch, weil die USA für den Bau von Rechenzentren eine Menge an hierfür notwendiger Ausrüstung importieren müssen", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Von dieser Warte aus betrachtet, ist das Wachstum keineswegs enttäuschend."
"Daraus ist jedoch nicht der Schluss auf eine Wachstumsabkühlung zu ziehen", kommentierte auch Dirk Chlench, Volkswirt bei der LBBW. Die unterliegende Konjunkturdynamik sei robust. "Somit steht die wirtschaftliche Entwicklung in den Vereinigten Staaten einer etwaigen Leitzinsanhebung durch die US-Notenbank nicht entgegen. Ob eine Leitzinsanhebung angesichts bislang ausbleibender Zweitrundeneffekte bei der Inflation nötig ist, steht dabei auf einem anderen Blatt." An diesem Mittwoch hatte die US-Notenbank den Leitzins erneut nicht verändert. Der neue Notenbankchef Kevin Warsh gab auch keine klaren Signale für eine Leitzinserhöhung im September.
In den USA werden die Daten zum Wirtschaftswachstum annualisiert veröffentlicht. In Europa wird auf diese Methode verzichtet, weshalb die Zahlen nicht direkt miteinander vergleichbar sind. Um auf eine mit Europa vergleichbare Wachstumsrate zu kommen, müsste man die US-Rate durch vier teilen./jsl/he
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