Unionsfraktionschef Frei: Merz ist nichts entglitten
Trotz des offenen Unmuts in der Union über den Kanzler sieht der neue Fraktionschef Thorsten Frei nach eigenen Worten keinen Autoritätsverlust bei Friedrich Merz. "Ich sehe den (...) Autoritätsverlust nicht", sagte der CDU-Politiker in der ZDF-Sendung "Was nun?". "Ich würde es auch gar nicht für gut ansehen, wenn in einer demokratischen Partei, in einer Volkspartei wie wir es sind, man sozusagen einfach sagt: Klappe halten, dazu sagen wir nichts. Ich finde, es spricht für unsere Partei, dass wir Probleme, die da sind, auch offen ansprechen können." Man sei kritisch konstruktiv mit der Situation umgegangen.
Frei, der vor der Personalrochade Kanzleramtschef und damit rechte Hand von Merz war, nahm den Kanzler in Schutz. "Ich würde nicht davon sprechen, dass ihm etwas entglitten wäre. Sondern tatsächlich ist es eben so, dass uns das ja alles sehr, sehr überraschend getroffen hat." Vor zweieinhalb Wochen habe man noch nicht einmal daran denken können, wo man heute stehe. Zugleich sagte Frei: "Wir müssen etwas lernen aus der Situation, und wir müssen besser werden und uns noch stärker auf die Themen konzentrieren, denn mit Nabelschau ist noch niemand weitergekommen."
Auslöser der Personalrochade war, dass der vorherige Fraktionschef Jens Spahn Mitte Juli öffentlich machte, dass er und sein Ehemann mit Hilfe einer Leihmutter in den USA ein Kind bekommen haben - was in Deutschland rechtlich nicht zulässig ist und den Beschlüssen der Union widerspricht./lkl/DP/he
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