Rohstoffe (Vormittag) - Brent-Ölpreis legt wieder zu / Neue iranische Attacken nach US-Angriffsstopp - Goldpreis etwas höher
Die Ölpreise sind am Mittwochvormittag nach den deutlichen Verlusten der vergangenen Handelstage wieder gestiegen. Die Notierungen legten kräftig zu, nachdem der Iran erstmals seit dem US-Angriffsstopp ballistische Raketen auf US-Truppen im Nahen Osten abgefeuert hatte. Für Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im September wurden 87,35 US-Dollar gezahlt und damit fast vier Prozent mehr als am Vortag.
Zuvor war der Preis für Rohöl der Sorte Brent drei Handelstage in Folge gefallen, nachdem er in der vergangenen Woche zeitweise auf über 100 Dollar je Barrel gestiegen war. Die USA und der Iran hatten ihre gegenseitigen Angriffe zeitweise gestoppt und damit den Rückgang der Ölpreise ausgelöst.
Am Ölmarkt wird vorerst nicht mit einer Entspannung der Lage für die Öltransporte durch die Straße von Hormuz gerechnet. "Die anhaltende Bedrohung durch Raketen, Minen, Drohnen und Maßnahmen Teherans wird einen erheblichen Teil des Schifffahrtsmarktes davon abhalten, sich zu engagieren", heißt es in einer Einschätzung der Investmentbank RBC Capital Markets.
Unterdessen greifen Industriestaaten weiter verstärkt auf ihre Ölreserven zurück. In den USA hat der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Rückgang der Lagerbestände an Rohöl um 3,3 Millionen Barrel verzeichnet. Im weiteren Verlauf des Tages werden die offiziellen Daten der US-Regierung zur Entwicklung der Ölreserven erwartet.
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) ist zuletzt gefallen. Wie das OPEC-Sekretariat am Mittwoch in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Dienstag 85,86 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Am Montag hatte der Preis 88,91 Dollar betragen. Die OPEC berechnet diesen Preis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.
Der Goldpreis legte leicht zu. Zuletzt wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) bei 4.034,70 US-Dollar gehandelt. Das waren dünne 0,15 Prozent mehr als am Vorabend.
ste/moe