dpa-AFX-Überblick: UNTERNEHMEN vom 28.07.2026 - 15.15 Uhr
ROUNDUP: Mercedes kappt Umsatzprognose wegen China - Marge besser
als befürchtet
STUTTGART - Der Autobauer Mercedes -Benz
hat im wichtigen Pkw-Geschäft auch im zweiten Quartal
wegen der Krise im einstigen Wachstumsmarkt China Federn lassen
müssen. Weil der Wettbewerbsdruck in der Volksrepublik nach wie vor
hoch ist, kappte der Dax -Konzern am Dienstag seinen
Umsatzausblick für das laufende Jahr und geht nur noch von einem
Erlös leicht unter dem Vorjahreswert aus statt auf Vorjahresniveau.
Zudem schrieben die Schwaben laut der Mitteilung wegen der trüben
Aussichten in China auf die dortigen Gemeinschaftsunternehmen 704
Millionen Euro ab. Insgesamt machte das Unternehmen aber dennoch
mehr Gewinn, weil es mit den Lieferwagen und bei den Finanzdiensten
besser lief.
ATLANTA - Der US-Getränkekonzern Coca-Cola hat im
zweiten Quartal von einer anhaltend starken Nachfrage nach
Soft-Drinks profitiert und seine Jahresziele angehoben. Das
Umsatzwachstum aus eigener Kraft soll nun bei rund fünf Prozent
liegen und damit am oberen Ende der zuvor ausgegebenen Spanne von
vier bis fünf Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag in Atlanta
mitteilte. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie zeigt sich das
Management zuversichtlicher: Angepeilt wird hier jetzt ein Anstieg
in der Spanne von neun bis zehn Prozent, ein Prozentpunkt an beiden
Enden mehr als zuvor. Die Aktie legte im vorbörslichen US-Handel um
4,3 Prozent zu.
Neue Air Force One hält Boeing tief in der Verlustzone
ARLINGTON - Weitere Mehrkosten für den nächsten Präsidenten-Jet Air
Force One haben den kriselnden Flugzeugbauer Boeing
auf seinem Erholungskurs zurückgeworfen. Im zweiten Quartal blieb
der US-Konzern auch deshalb tief in den roten Zahlen. Allerdings lag
der Verlust mit 428 Millionen US-Dollar (376 Mio Euro) etwa 30
Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, wie Boeing am Dienstag in
Arlington mitteilte. Und im Tagesgeschäft sprudelten die Einnahmen
dank gestiegener Flugzeug-Auslieferungen unerwartet stark.
ROUNDUP: Johnson & Johnson will Talkum-Klagen mit
Milliardenvergleich beilegen
NEW BRUNSWICK - Johnson & Johnson hat im jahrelangen
Rechtsstreit um angeblich krebserregende Talkumprodukte einem
milliardenschweren Vergleich zugestimmt. Der US-Pharmakonzern will
5,5 Milliarden US-Dollar zur Beilegung der Klagen bereitstellen. Für
die Aktie ging es im vorbörslichen US-Handel am Dienstag um knapp
drei Prozent nach oben.
Mehr margenstarke Sendungen: UPS erhöht Prognosen
ATLANTA - Der Paketdienstleister UPS hat seine
Prognosen für das laufende Jahr erhöht. Dabei dürfte der US-Konzern,
der derzeit Versandvolumen von margenschwachen E-Commerce-Sendungen
hin zu profitableren Paketen verlagert, von einer starken
Preisgestaltung profitiert haben. Der Umsatz werde in diesem Jahr
voraussichtlich rund 91,2 Milliarden US-Dollar (rund 80 Mrd Euro)
betragen, teilte UPS am Dienstag bei der Vorlage der Quartalszahlen
mit. Zuvor hatte der DHL-Konkurrent 89,7 Milliarden Dollar in
Aussicht gestellt. Analysten hatten weniger auf dem Zettel.
PARIS - Der Triebwerksbauer und Luftfahrt-Zulieferer Safran
schraubt nach guten Geschäften mit Turbinen und
Ersatzteilen seine Erwartungen für 2026 nach oben. Grund für den
Optimismus sind höhere Auslieferungen der Triebwerke für die
Mittelstreckenjets von Boeing und Airbus
. Auch von Ersatzteilen und Dienstleistungen
verspricht sich Safran-Chef Olivier Andriès mehr Umsatz als bislang.
An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an.
ROUNDUP: Air Liquide wächst im Halbjahr - Medizinische Gase und
Zukauf treiben
PARIS - Der französische Gase-Hersteller Air Liquide
hat im ersten Halbjahr vor allem von einer höheren Nachfrage nach
medizinischen Gasen profitiert. Umsatz und Ergebnisse legten im
Vergleich zum Vorjahr zu. Zudem erreichte der Auftragsbestand mit
sechs Milliarden Euro einen Höchststand. Die Aktie gab bis zum
frühen Mittag dennoch deutlich nach.
AMSTERDAM - Der Medizintechnikkonzern Philips hat
seine Renditeziele für das laufende Jahr wegen der Rückzahlung von
US-Zöllen angehoben. Die bereinigte Marge gemessen am Ergebnis vor
Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte
(Ebita) soll nun 13,5 bis 14,0 Prozent erreichen, wie der Konkurrent
von Siemens Healthineers am späten Montagabend
mitteilte. Zuvor hatte die Prognose jeweils einen Prozentpunkt
niedriger gelegen. Auch für den freien Mittelzufluss zeigte sich das
Management nun zuversichtlicher. Die Umsatzprognose blieb hingegen
bestehen.
ROUNDUP/Iran-Krieg belastet LVMH-Geschäft: Umsatz und Gewinn gehen
zurück
PARIS - Eine schwächere Nachfrage hat dem französischen Luxuskonzern
LVMH im ersten Halbjahr einen Erlös- und
Gewinnrückgang eingebrockt. So sank der Umsatz in den ersten sechs
Monaten des Jahres um drei Prozent auf 38,6 Milliarden Euro, wie das
Unternehmen am Montag in Paris mitteilte. Aus eigener Kraft zogen
die Erlöse jedoch um zwei Prozent an. Die LVMH-Aktie legte im frühen
Handel bis zu drei Prozent zu, gab die Gewinne aber schnell wieder
ab und rutschte ins Minus.
Farbenproduzent Sherwin-Williams erhöht Gewinnziel - Aktie legt zu
CLEVELAND - Der US-Lack- und Farbenhersteller Sherwin-Williams
hat im zweiten Quartal trotz weltweiter
Konjunkturunsicherheiten und einer Nachfrageschwäche zugelegt. Für
das Gesamtjahr wurde das Unternehmen zuversichtlicher und hob sein
Gewinnziel an. Die Investitionen in das Wachstum sowie der Fokus auf
Neukunden und Marktanteil wirkten, erläuterte Unternehmenschefin
Heidi Petz bei Vorlage der Quartalszahlen am Dienstag laut
Mitteilung. Die im Dow Jones Industrial notierte
Aktie legte im vorbörslichen US-Handel deutlich zu.
Pharmakonzern GSK legt weiter zu - Sparprogramm für mehr Geld für
Forschung
LONDON - Der britische Pharmakonzern GSK profitiert weiterhin von
guten Geschäften mit Medikamenten unter anderem gegen Krebs, HIV und
Immunerkrankungen. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal im
Jahresvergleich auf gut 8,4 Milliarden britische Pfund (9,8 Mrd
Euro), das war nominal und auch währungsbereinigt ein Plus von 5
Prozent im Vorjahresvergleich, wie der Konzern am Mittwoch in London
mitteilte. Deutliches Wachstum erzielten die Briten dabei auch mit
ihren Spezialarzneien und mit Impfstoffen. Die GSK-Aktie notierte
zuletzt 2,4 Prozent im Plus.
Bausoftwarespezialist Nemetschek passt Ausblick an Übernahme an -
Kursplus
MÜNCHEN - Der Softwarespezialist Nemetschek hat nach
der Übernahme des US-Anbieters HCSS seine Jahresprognose angepasst.
So soll der Zukauf zum Umsatzplus währungsbereinigt zusätzlich rund
6 Prozentpunkte beitragen, wie der MDax -Konzern am
Dienstag in München mitteilte. Organisch - also ohne Zukauf
gerechnet - bestätigte der Bausoftwarespezialist das anvisierte
Umsatzwachstum mit 14 bis 15 Prozent.
Aufschwung bei IT-Dienstleister Bechtle geht weiter - Prognose
erhöht
NECKARSULM - Der IT-Dienstleister Bechtle befindet
sich nach dem schwierigen Vorjahr weiter in der Erholungsspur. Das
MDax -Unternehmen erhöhte am Dienstag nach einem
überraschend guten zweiten Quartal seine Jahresprognose. Beim Umsatz
und dem Vorsteuerergebnis schätzt Chef Thomas Olemotz den Anstieg
2026 nun auf 5 bis 10 Prozent statt zuvor 0 bis 5 Prozent, wie das
Unternehmen mitteilte. Im zweiten Quartal zog der Erlös laut
vorläufigen Zahlen um 16 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro an, das
Vorsteuerergebnis gar um über ein Fünftel auf rund 80 Millionen
Euro. Das ist mehr als von Analysten im Mittel erwartet. Der
Aktienkurs sprang nach der Mitteilung um 5,5 Prozent hoch.
ROUNDUP: Hypoport mit steigendem Rohertrag aber sinkendem Gewinn
BERLIN - Der Finanzdienstleister Hypoport hat im
zweiten Quartal bei steigendem Rohertrag operativ weniger verdient
als ein Jahr zuvor. Der Rohertrag stieg um knapp fünf Prozent auf 67
Millionen Euro, wie das im SDax gelistete Unternehmen
am Montagabend in Berlin mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen und
Steuern (Ebit) sank hingegen leicht um 1,4 Prozent auf 7,3 Millionen
Euro. Hier machte sich vor allem das schlechte Abschneiden der
Finanzierungsplattform bemerkbar.
ROUNDUP: Teamviewer weiter mit Umsatzrückgang - Aktie reduziert
Anfangsverluste
GÖPPINGEN - Der Fernwartungssoftwarespezialist Teamviewer
hat auch im zweiten Quartal Umsatz eingebüßt. Mit
182,7 Millionen Euro ging der Erlös im Jahresvergleich um 4,1
Prozent zurück, wie das im SDax notierte Unternehmen
am Dienstag mitteilte. Währungsbereinigt seien es nur 1,4 Prozent
Rückgang gewesen, hieß es von den Göppingern. Mit dem Umsatz
verfehlte Teamviewer die Erwartung der von Bloomberg befragten
Experten. Das Unternehmen sprach von vorübergehenden
Wachstumsdämpfern. Es gehe aber alles in die richtige Richtung,
sagte Chef Oliver Steil in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.
Die Prognose bestätigte er daher. Die Aktie gab zuerst deutlich
nach, fing sich dann aber.