, dpa-AFX

Deutsche Börse-News: Ölpreis fällt, DAX steigt (Wochenausblick)

Die Feuerpause im USA-Iran-Konflikt sorgt für gute Stimmung, der DAX legt kräftig zu. Allerdings halten sich die Zweifel an den KI-Bewertungen. Höhepunkt einer Woche mit vielen Konjunktur- und Unternehmenszahlen: die US-Notenbanksitzung am Mittwoch.

27. Juli 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Licht und Schatten an den Börsen: Auf der einen Seite stützt die US-Angriffspause im Iran und der wieder gefallene Ölpreis. "Die USA setzten ihre fast zwei Wochen andauernden Angriffe auf iranische Ziele offenbar aus, während Teheran ebenfalls signalisierte, vorerst auf Vergeltungsschläge zu verzichten", berichtet LBBW-Analyst Rolf Schäffer. An den Aktienmärkten überwiege nun vorsichtiger Optimismus. "Nach Tagen der Unsicherheit kommt nun wieder Hoffnung auf", erklärt Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Die Risikobereitschaft könne zu Anfang der Woche steigen.

Der DAX steht am Montagmorgen bei 25.400 Punkten nach 25.059 am Freitag zu Handelsschluss. Der Stoxx Europe 600 (EU0009658202) ist nicht mehr weit von seinem Rekordstand bei 654 Punkten entfernt. Der Preis für ein Barrel Brent-Öl (XC0009677409) hatte am Donnerstag noch bei 100 US-Dollar gelegen, jetzt sind es 86 US-Dollar.

"US-Unternehmen könnten erneut positiv überraschen"

Auf der anderen Seite geht die Korrektur im Tech-Bereich weiter. Der Nasdaq 100 ist am Freitag erneut deutlich gefallen und hatte knapp 9 Prozent unter seinem Allzeithoch geschlossen. Laut Sören Hettler von der DZ Bank könnte allerdings auch beim Thema Künstliche Intelligenz der Weg zwischen Zweifeln und Optimismus sehr kurz ausfallen. "Zumindest in den vergangenen Quartalen ist es den (US-)Unternehmen in Summe ein ums andere Mal gelungen, die im Vorfeld als ambitioniert geltenden marktseitigen Erwartungen zu übertreffen und damit Zweifel am langfristigen Potenzial Künstlicher Intelligenz zu dämpfen", stellt er fest.

Flut an Konjunktur- und Unternehmenszahlen

In jedem Fall steht die Finanzwelt vor einer datenreichen Woche. Viele Zahlen zu Inflation, Wachstum und Stimmung stehen an. Außerdem geht die Berichtssaison weiter. "Diese Woche ist die mit Abstand wichtigste der Berichtssaison für das zweite Quartal", erklärt Ulrich Kater von der DekaBank. 35 Prozent der Marktkapitalisierung des S&P 500 legten Zahlen vor sowie 40 Prozent des Stoxx 600 und 24 Prozent des DAX. "Extrem wichtig werden, insbesondere für den Halbleitersektor, die Investitionsausblicke der US-Tech-Schwergewichte", bemerkt er. Es berichten unter anderem Mercedes-Benz, BMW, Deutsche Bank, BASF, Adidas, MTU und Siemens Healthineers, in den USA Microsoft, Meta und Apple.

"Argumente für US-Zinspause überwiegen"

Das ist aber nicht alles. "Das Highlight der Woche bildet die US-Notenbank-Entscheidung am Mittwoch", meint Leon Ferdinand Bost von Metzler. Schließlich sei die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung aufgrund steigender Energiepreise am Markt zuletzt wieder merklich nach oben geklettert und rangiere nun bei knapp 32 Prozent. "Zum Ausdruck kommt in dieser Unsicherheit am Markt natürlich auch die fehlende Forward-Guidance (Ausblick) des neuen Fed-Chefs Warsh", bemerkt er. Für die Bank überwiegen angesichts der jüngsten Daten weiterhin die Argumente für eine abwartende Haltung, allen voran die freundlichen Inflationszahlen im Juni.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 27. Juli

10.00 Uhr. Deutschland: ifo-Geschäftsklimaindex Juli.

Dienstag, 28. Juli

Börsengang: Erster Handelstag des Photovoltaik-Unternehmens HELIOS SOLAR im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse.

Mittwoch, 29. Juli

20.00 Uhr. USA: Zinsentscheid der US-Notenbank. Die Notenbank dürfte nach Einschätzung der DekaBank wohl keine ?"nderung des Leitzinsintervalls vornehmen. Die Mitglieder des Entscheidungsgremiums FOMC (Federal Open Market Committee) würden sich wohl von den jüngsten Arbeitsmarkt- und Preisdaten in ihrer abwartenden Haltung bestätigt fühlen.

Donnerstag, 30. Juli

10.00 Uhr. Deutschland: BIP zweites Quartal. Die Commerzbank geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal stagniert hat. Die Produktion in der Industrie sei wohl weitgehend unverändert geblieben. Das Plus beim Bau dürfte durch die schwache Entwicklung in einigen Dienstleistungssektoren neutralisiert werden.

11.00 Uhr. Eurozone: BIP zweites Quartal. Die DekaBank erwartet ein leichtes Wachstum und prognostiziert ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

13.00 Uhr. Großbritannien: Zinsentscheid der Bank of England.

14.00 Uhr. Deutschland: Verbraucherpreise Juli. Aufgrund des ausgelaufenen Tankrabatts rechnet die DekaBank mit einem Anstieg um 0,7 Prozent gegenüber dem Juni und 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

14.30 Uhr. USA: Preisindex Konsumausgaben ohne Nahrungsmittel und Energie.

14.30 Uhr. USA: BIP zweites Quartal. Die US-Wirtschaft dürfte im zweiten Quartal mit auf Jahresrate hochgerechneten soliden 1,9 Prozent gegenüber dem ersten Quartal zugelegt haben, meint die Commerzbank. Getragen sei das Wachstum von einem lebhaften privaten Konsum und vom Boom bei privaten Investitionen, und hier vor allem bei Künstlicher Intelligenz beziehungsweise IT im Allgemeinen.

Freitag, 31. Juli

11.00 Uhr. Eurozone: Verbraucherpreise Juli. Die Inflation im Euroraum dürfte im Juli geringfügig auf 2,7 Prozent abgenommen haben, meint die DekaBank. Ausschlaggebend hierfür seien günstige Basiseffekte bei den Verbraucherpreisen sowohl von Energiegütern als auch von Lebensmitteln. Die Kerninflationsrate erwartet die Bank unverändert bei 2,4 Prozent, mit einem zunehmenden Preisauftrieb bei Industriegütern und einem leicht nachlassenden bei Dienstleistungen.

Von Anna-Maria Borse, 27. Juli 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

AXC0092 2026-07-27/11:38

Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet.