ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Nasdaq weiter schwach - Dow erholt sich
An der Wall Street hat sich am Freitag das Auf
und Ab mit einem Erholungsversuch fortgesetzt. Anleger reagierten
mit einer gewissen Erleichterung auf die wieder rückläufigen
Ölpreise. So sank der Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent
deutlich unter 100 US-Dollar. An der überwiegend mit
Technologie-Aktien bestückten Nasdaq dagegen herrschte ungeachtet
der starken Quartalsbilanz von Intel weiter Vorsicht nach dem
starken Lauf von Aktien mit KI-Bezug.
Der Dow Jones Industrial testete nach einem
Rückschlag am Vortag wieder die 52.000-Punkte-Marke. Mit einem Plus
von 0,46 Prozent auf 51.947,25 Punkte ging der bekannteste
Wall-Street-Index in das Wochenende, nachdem er am Donnerstag noch
auf den tiefsten Stand seit einem Monat gefallen war. In den
vergangenen fünf Handelstagen verbuchte er damit einen Verlust von
0,4 Prozent. Der umfangreich bestückte S&P 500 gewann
am Freitag 0,05 Prozent auf 7.411,98 Zähler.
Der Nasdaq-Auswahlindex 100 fiel um 1,15 Prozent auf
28.128,34 Punkte, was im Wochenverlauf ein Minus von 1,6 Prozent
bedeutet. Bereits tags zuvor hatten erneut Sorgen rund um den
Megatrend Künstliche Intelligenz (KI) und die dafür notwendigen
Investitionen belastet.
Dass die Ölpreise wieder sanken, begründeten Marktbeobachter mit
Gewinnmitnahmen, denn die kriegerischen Auseinandersetzungen in
Nahost gehen unvermindert weiter. Inzwischen versucht US-Präsident
Donald Trump im Konflikt um die Straße von Hormus, den Druck auf den
Iran zu erhöhen.
Entsprechend sehen Experten an den US-Börsen noch keine Rückkehr zu
größerer Risikobereitschaft. Diesbezüglich basieren derzeit
Hoffnungen vor allem auf der Fahrt aufnehmenden Berichtssaison. Nach
den Sorgen, die am Vortag vom Google-Mutterkonzern Alphabet
und dem Elektroautobauer Tesla
bestärkt wurden, gab es nun zwar Erfreulicheres von Intel
und der deutschen SAP , dennoch
entschieden sich Anleger in der Techbranche eher für
Gewinnmitnahmen.
Während die überzeugenden Cloud-Vertragsbücher von SAP auch
Software-Aktien wie Salesforce mit plus 4,3 Prozent
Auftrieb gaben, büßten Intel 7,9 Prozent ein. Zwar
profitierte der Chipriese und Prozessorhersteller weiter kräftig vom
laufenden Boom der KI-Technologien und übertraf mit seinem zweiten
Quartal die Erwartungen deutlich. Doch die Aktie ist seit
Jahresbeginn extrem stark gelaufen, sodass trotz der aktuellen
Verluste immer noch ein Kursplus von rund 150 Prozent bleibt.
Den Papieren des Konkurrenten AMD erging es ähnlich:
Sie büßten zuletzt trotz eines viel gelobten Investorentages und
einer Kurszielanhebung durch die Bank of America auf 620 US-Dollar
3,3 Prozent auf rund 522 Dollar ein. Ihr Plus seit Jahresbeginn
beläuft sich damit aber immer noch knapp 145 Prozent.
Unter den Standardwerten gab es Licht und Schatten. So sprang das
Papier von Verizon um 5,8 Prozent hoch und
profitierte davon, dass der Telekom-Anbieter im Mobilfunk- und
Breitbandgeschäft im abgelaufenen Quartal mehr verdient hatte als
erwartet.
Die Anteile von American Express dagegen setzten
ihren Abwärtstrend der vergangenen Tage mit einem Abschlag von 4,3
Prozent fort und waren damit Schlusslicht im Dow Jones. Zwar hob der
Kreditkartenkonzern sein Umsatzziel nach dem ersten Halbjahr an,
doch im zweiten Quartal verfehlten Umsatz und
Netto-Gebühreneinnahmen für Kreditkarten die Markterwartungen./ck/he