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ROUNDUP: KI-Boom treibt Intel über Wall-Street-Erwartungen

Das Geschäft des Chipkonzerns Intel profitiert nach einer langen Durststrecke von der boomenden Halbleiter-Nachfrage beim Ausbau von KI-Rechenzentren. Im vergangenen Quartal sprang der Umsatz des Chip-Pioniers im Jahresvergleich um ein Viertel auf 16,1 Milliarden Dollar (14,15 Mrd Euro) hoch, wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Es war das schnellste Umsatzwachstum seit Jahren. Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen von 14,4 Milliarden Dollar gerechnet.

Beim bereinigten Gewinn pro Aktie übertraf Intel die Wall-Street-Prognosen noch stärker: Er war mit 42 US-Cent doppelt so hoch wie von Analysten im Schnitt erwartet. Unter dem Strich stand allerdings ein Verlust von elf Milliarden Dollar, der allerdings auf eine buchhalterische Wertberichtigung auf treuhänderisch gehaltene Aktien zurückgeht, die im Austausch für Milliardensubventionen an die US-Regierung übergeben werden sollen.

Auch Intels Ausblick auf das laufende Quartal lag deutlich über den Markterwartungen. Die Aktie stieg am Freitag im vorbörslichen US-Handel um rund 6 Prozent auf 106,30 Dollar. Das Jahreshoch von gut 142 Dollar aus dem Juni liegt damit aber noch ein gutes Stück entfernt. So hatten viele Anleger nach der rasanten Rally bei KI-Aktien seit Mitte Juni stark Kasse gemacht. Trotz des jüngsten Kursrückgangs lagen die Intel-Aktien 2026 per Donnerstagsschluss immer noch rund 170 Prozent im Plus. Seit dem Frühjahr 2025 ist ihr Wert zudem auf mehr als das Vierfache gestiegen.

Branchenexperte Harlan Sur von der Bank JPMorgan sprach von überraschend starken Resultaten und einem unerwartet guten Geschäftsausblick für das dritte Quartal. Die Nachfrage sei stark und die Verkaufspreise hoch. Gleichwohl fehle dem Auftragsfertigungsgeschäft noch ein Ankerkunde, monierte er. Daher hob er seine Gewinnerwartungen zwar deutlich an und in der Folge auch das Kursziel von 45 auf 85 Dollar, blieb aber beim "Underweight"-Votum. Intel versucht unter dem seit Anfang 2025 amtierenden Chef Lip-Bu Tan unter anderem durch Kostensenkungen aus der Krise zu kommen, und gab dafür auch die Pläne zum Bau eines Werks in Magdeburg auf. Im vergangenen August bekam der US-Staat nach Druck von Präsident Donald Trump einen Anteil von rund zehn Prozent an Intel als Gegenleistung für ursprünglich unentgeltlich zugesagte Milliarden-Subventionen.

Intel dominierte einst den Halbleiter-Markt, kämpft aber seit Jahren mit Problemen. Vor allem im Geschäft mit Chips für Künstliche Intelligenz eroberte der Grafikkarten-Spezialist Nvidia eine Spitzenposition. Inzwischen füllen jedoch Intel und der Konkurrent AMD verstärkt Nischen in der Infrastruktur rund um Nividia-Chipsysteme aus. Tan will Intel zudem als Auftragsfertiger für andere Chipentwickler etablieren./so/mis/DP/nas/jha/

 ISIN  US4581401001

AXC0146 2026-07-24/12:51

Relevante Links: Intel Corporation, NVIDIA Corporation, Advanced Micro Devices Inc.

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