ROUNDUP/Aktien New York Schluss: KI-Investitionen und Ölpreisanstieg belasten
Sorgen angesichts weiter kräftig steigender
Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) sowie unvermindert
steigende Ölpreise haben am Donnerstag die US-Börsen spürbar
belastet. Nach einer Erholung am Dienstag und einer abwartenden
Haltung zur Wochenmitte stießen zahlreiche Anleger Aktien ab. Vor
allem Papiere großer Technologiekonzerne wurden verkauft.
Der von großen Tech-Konzernen dominierte Nasdaq 100
ging mit einem Abschlag von 1,87 Prozent auf 28.454,81 Zähler aus
dem Tag. Der überwiegend mit Standardwerten bestückte Dow Jones
Industrial gab um 0,97 Prozent auf 51.711,65 Punkte
nach. Der marktbreite S&P 500 verlor 1,21 Prozent auf
7.408,30 Zähler.
Die kriegerische Auseinandersetzung in Nahost beunruhigt zunehmend
die Märkte. Der Ölpreis der Nordseesorte Brent kletterte erstmals
seit zwei Monaten wieder über 100 US-Dollar je Barrel. Damit werden
erneut Inflationssorgen und Ängste vor Zinsanhebungen durch die
US-Notenbank Fed angeheizt.
Was die zwei Schwergewichte aus der Tech-Branche Alphabet
und Tesla betraf, überwog die
Enttäuschung. Die Google-Mutter Alphabet toppte zwar umsatzseitig im
vergangenen Quartal die Erwartungen der Wall Street, doch dass nun
noch mehr Geld in den Ausbau der KI-Infrastruktur gesteckt werden
soll, brachte die Aktie unter Druck. Sie sackte um 7,1 Prozent ab,
womit rund 300 Milliarden US-Dollar Börsenwert vernichtet wurden.
Die wie Alphabet ebenfalls zu den "Magnificent Seven" zählende
Tesla-Aktie brach sogar um 14,5 Prozent ein. Der
Elektroautohersteller habe zwar Absatz und Umsatz stark gesteigert,
doch wegen milliardenschwerer Investitionen sei ein deutlich
geringerer Gewinn übriggeblieben als erwartet, kommentierte
Marktbeobachter Stephen Innes.
Mit Blick auf alle sieben Tech-Giganten, also auch auf Nvidia
, Apple , Microsoft ,
Amazon und Meta , bot sich allgemein
ein düsteres Bild: Der Index der Magnificent Seven sackte um 4,8
Prozent ab, was bedeutet, dass dort an diesem Donnerstag ein
Börsenwert von fast 800 Milliarden Dollar vernichtet wurde.
Für Texas Instruments ging es trotz starker Zahlen
und einem Ausblick auf das dritte Quartal, der die Erwartungen
übertraf, um 3,1 Prozent abwärts. Angesichts des starken Laufs der
Halbleiter-Aktie seit Jahresbeginn wurden Gewinne mitgenommen.
T-Mobile US sackten um knapp 11 Prozent ab. Der
Telekommunikationskonzern gewann im zweiten Quartal zwar mehr neue
Kunden als erwartet, hatte hier im Vorjahr aber besser
abgeschnitten. Zudem blieb die Zahl auch deutlich hinter der des
Konkurrenten AT&T zurück.
Zwischen Gewinnen und Verlusten pendelten die erst kürzlich
erheblich unter Druck geratenen Anteile von IBM .
Letztlich gingen sie mit plus 0,4 Prozent aus dem Tag. Das im Dow
Jones notierte IT-Urgestein senkte nach einem enttäuschend
verlaufenen Quartal die Umsatzprognose für 2026 leicht. Daher sollen
nun die Kosten noch stärker gedrückt werden als geplant, um das Ziel
zu erreichen, den Zahlungsmittelzufluss um eine Milliarde Dollar zu
steigern. Mit minus 2,3 Prozent schlossen dagegen die Papiere des
Prozessoren-Herstellers Intel , der nachbörslich über
sein Quartal berichtet.
Die Papiere von American Airlines sackten um 8,4
Prozent ab und zogen die von United Airlines , Jetblue
und Delta Air Lines mit nach unten.
Wegen der hohen Treibstoffpreise schließt American Airlines einen
Verlust in diesem Jahr nicht aus./ck/he