Aktien New York: Deutliche Verluste - 'Big Tech'-Sorgen und Ölpreis belasten
Sorgen angesichts weiter kräftig steigender
Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) sowie unvermindert
steigende Ölpreise haben am Donnerstag die US-Börsen spürbar
belastet. Nach einer Erholung am Dienstag und einer abwartenden
Haltung zur Wochenmitte stießen zahlreiche Anleger Aktien ab. Vor
allem Papiere großer Technologiekonzerne wurden verkauft.
Rund zwei Stunden vor Handelsschluss büßte der Nasdaq 100
, der von den großen Tech-Konzernen dominiert wird,
2,0 Prozent auf 28.413 Zähler ein. Der überwiegend mit
Standardwerten bestückte Dow Jones Industrial gab um
1,2 Prozent auf 51.608 Punkte nach. Der marktbreite S&P 500
verlor 1,4 Prozent auf 7.395 Zähler.
Die kriegerische Auseinandersetzung in Nahost beunruhigt zunehmend
die Märkte. Der Ölpreis der Nordseesorte Brent kletterte erstmals
seit zwei Monaten wieder über 100 US-Dollar je Barrel. Damit werden
erneut Inflationssorgen und Ängste vor Zinsanhebungen durch die
US-Notenbank Fed angeheizt.
Mit Blick auf die Schwergewichte aus der Tech-Branche, allen voran
Alphabet und Tesla , überwog die
Enttäuschung. Die Google-Mutter Alphabet übertraf zwar umsatzseitig
im vergangenen Quartal die Erwartungen der Wall Street, doch dass
nun noch mehr Geld in den Ausbau der KI-Infrastruktur gesteckt
werden soll, brachte die Aktie unter Druck. Sie sackte um 7 Prozent
ab, womit 300 Milliarden US-Dollar Börsenwert vernichtet wurden.
Tesla-Aktien brachen um 14 Prozent ein. Der Elektroautohersteller
habe zwar Absatz und Umsatz stark gesteigert, doch wegen
milliardenschwerer Investitionen sei ein deutlich geringerer Gewinn
übriggeblieben als erwartet, kommentierte Marktbeobachter Stephen
Innes.
Für Texas Instruments ging es trotz starker Zahlen
und einem Ausblick auf das dritte Quartal, der die Erwartungen
übertraf, um 4,7 Prozent abwärts. Angesichts des starken Laufs der
Halbleiter-Aktie seit Jahresbeginn wurden Gewinne mitgenommen.
T-Mobile US sackten um 8,0 Prozent ab. Der
Telekommunikationskonzern gewann im zweiten Quartal zwar mehr neue
Kunden als erwartet, hatte hier im Vorjahr aber besser
abgeschnitten. Zudem blieb die Zahl auch deutlich hinter der des
Konkurrenten AT&T zurück.
Zwischen Gewinnen und Verlusten pendelten die erst kürzlich
erheblich unter Druck geratenen Anteile von IBM .
Zuletzt ging es um 0,9 Prozent abwärts. Das im Dow Jones notierte
IT-Urgestein senkte nach einem enttäuschend verlaufenen Quartal die
Umsatzprognose für 2026 leicht. Daher sollen nun die Kosten noch
stärker gedrückt werden als geplant, um das Ziel zu erreichen, den
Zahlungsmittelzufluss um eine Milliarde Dollar zu steigern.
Die Papiere von American Airlines sackten um 8,5
Prozent ab und zogen die von United Airlines , Jetblue
und Delta Air Lines mit nach unten.
Wegen der hohen Treibstoffpreise schließt American Airlines einen
Verlust in diesem Jahr nicht aus./ck/he