ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Ölpreis und teils schwache Berichte belasten
Der wieder über 100 US-Dollar gestiegene Ölpreis für die Nordseesorte Brent hat am Donnerstag die Anleger verschreckt. Inflationssorgen und damit die Sorgen über Leitzinsanhebungen beherrschten die Gemüter. Die wie erwartet ausgefallene Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Leitzinsen im Euroraum unverändert zu lassen, bewegte nicht. Im September könnte aus Sicht von Ökonomen aber eine nächste Zinsanhebung anstehen. Hinzu kamen außerdem zum Teil enttäuschende Quartalsberichte, die zahlreiche Anleger zu Gewinnmitnahmen veranlasste.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
"Die Anleger navigieren derzeit durch ein schwieriges Fahrwasser", so Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. "Während geopolitische Risiken für Gegenwind sorgen und die Notenbanken den Takt vorgeben, liefert die Berichtssaison bislang ein gemischtes Bild." Mit Blick auf die Eskalation im Iran-Krieg teilten zuletzt die vom Iran unterstützte Huthi-Milizen mit, sie hätten zwei saudi-arabische Tanker im Roten Meer angegriffen. Dies verschärft den Nahostkonflikt weiter und könnte zu weiteren Versorgungsunterbrechungen zu führen.
Während Europas Öl- und Gasbranche angesichts des kräftigen
Ölpreisanstiegs zu den wenigen Gewinnern an diesem Tag zählte, war
ausgerechnet die defensive Nahrungs- und Getränkebranche
Schlusslicht. Normalerweise entwickelt sie sich in schwierigen
Phasen besser als der Gesamtmarkt. Auslöser für dieses ungewöhnliche
Bild war der Kurseinbruch des Branchenschwergewichts Nestle
Der weltgrößte Lebensmittelkonzern hatte sein Wachstumstempo aus
eigener Kraft im ersten Halbjahr 2026 zwar gesteigert, allerdings
bei gesunkener Profitabilität. Die Nestle-Aktie sackte am SMI-Ende
um 8,0 Prozent ab und zog auch andere Branchenkollegen wie Unilever
Im Technologiesektor brach die Aktie von STMicroelectronics
Im SMI büßten an zweiter Stelle das Papier von Givaudan
Im Bankensektor gaben Aktien von BNP Paribas
Der Pharmasektor war der einzige Gewinner neben der Ölbranche. Hier
gewannen Roche
ISIN GB0001383545 FR0003500008 EU0009658145 CH0009980894
AXC0331 2026-07-23/19:10
Relevante Links: Unilever plc, Givaudan SA, Roche Holding AG, argenx SE, STMicroelectronics N.V., Valeo S.A., Nestlé SA, Danone SA, BNP Banque Nationale de Paris Paribas S.A.