ROUNDUP: Trump droht Iran nach Huthi-Angriffen mit 'schwerer Strafe'
Nach Angriffen der Huthi-Miliz vor Jemens Küste hat US-Präsident Donald Trump dem Iran im Falle einer erneuten Attacke mit Vergeltung gedroht. "Sollten sie dies erneut tun, werden die USA den Iran zur Rechenschaft ziehen, da die Huthi als Stellvertreter des Irans agieren", teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Er kündigte "schwere militärische Strafen gegen den Iran und natürlich auch gegen die Huthi selbst" an.
Die Huthi hatten am Montag eine "Blockade" der Seefahrt für Saudi-Arabien erklärt. Etwa ein halbes Dutzend Schiffe änderte daraufhin ihren Kurs, auch um die Meerenge Bab al-Mandab vor Jemens Küste zu meiden, die die mit dem Iran verbündete schiitische Miliz mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern angreifen kann. Saudi-Arabien kündigte an, "alle notwendigen Schritte" zum Schutz seiner Schiffe zu unternehmen.
Huthi-Miliz spricht von zwei Angriffen auf saudische Tanker
In der Nacht zum Donnerstag wurde dann der saudi-arabische Öltanker "Encelia" angegriffen, woraufhin an Bord ein Feuer ausbrach. Ein Beamter der saudi-arabischen Verkehrsbehörde TGA sagte, der Angriff verstoße gegen das Völkerrecht und das Prinzip der sicheren Passage von Handelsschiffen. Die Huthi-Miliz teilte etwa zur gleichen Zeit mit, sie habe zwei saudi-arabische Öltanker angegriffen, die die von ihr ausgerufene "Blockade" im Roten Meer verletzt hätten, wie die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba berichtete. Etwa zehn Schiffe seien zur Umkehr gezwungen worden.
Unklar blieb mehrere Tage nach Ankündigung der Blockade, ob Schiffe mit Bezug zu anderen Ländern als Saudi-Arabien weiterhin gefahrlos durch die Meerenge fahren können. Durch diese und durch das Rote Meer führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa. Die Meerenge hat durch die faktische Blockade der Straße von Hormus im Iran-Krieg noch an Bedeutung gewonnen.
Chinesischer Tanker kann durchfahren
Einem chinesischen Öltanker sei die Durchfahrt durch die Meerenge genehmigt worden, berichtete das Fachmedium "Lloyd's List" am Donnerstag. Chinesische Tanker, die vom saudi-arabischen Hafen Janbu im Roten Meer zurückkehrten, könnten womöglich von Fall zu Fall mit der Miliz über eine Durchfahrt verhandeln. Die EU-geführte Mission Aspides, mit der Handelsschiffe vor Huthi-Angriffen geschützt werden sollen, warnte Schiffe mit Bezug zu Israel, den USA oder Saudi-Arabien vor einer Durchfahrt.
Die Huthi hatten den Welthandel mit Angriffen auf Schiffe in dieser Region ab 2023 bereits massiv beeinträchtigt - seinerzeit aus erklärter Solidarität mit den Palästinensern im Gaza-Krieg. Das US-Militär bombardierte im Frühjahr 2025 wiederholt Ziele im Jemen im Versuch, die Angriffe der Miliz auf die Schifffahrt zu stoppen. Die Konfrontation endete erst nach Vermittlung von Jemens und Saudi-Arabiens Nachbarland Oman.
Oman vermittelt erneut
Der Oman warnte vor einer weiteren Eskalation. Man arbeite mit den Huthi, Saudi-Arabien und den Vereinten Nationen, um die Lage zu entschärfen. Saudi-Arabien führt gemeinsam mit Jemens international anerkannter Regierung seit mehr als zehn Jahren Krieg gegen die Miliz. Alle Bemühungen um eine politische Lösung des Konflikts scheiterten bisher. Der Oman trat auch dabei immer wieder als Vermittler auf.
Seit Monaten wird spekuliert, ob die Huthi in Absprache mit ihrem wichtigsten Verbündeten Iran eine neue Angriffswelle auf die Schifffahrt beginnen könnten. Ausgelöst wurde die jüngste Eskalation vor etwa anderthalb Wochen mit Luftangriffen in der von den Huthi kontrollierten jemenitischen Hauptstadt Sanaa, als dort ein aus dem Iran kommendes Flugzeug landen sollte. Mit den Angriffen wurde eine Waffenruhe, die im Jemen-Krieg seit rund vier Jahren inoffiziell galt, abrupt beendet.
Konflikte treiben Ölpreis in die Höhe
Die Zuspitzung des Konflikts sowie der anhaltende Iran-Krieg trieben zugleich den Ölpreis in die Höhe. Der Preis für Rohöl der Referenzsorte Brent stieg am Donnerstag auf 100 Dollar je Barrel (159 Liter). Damit setzt sich der Preisanstieg fort. Ein Barrel der Nordseesorte Brent legte bis auf 100,36 US-Dollar (rund 88 Euro) je Barrel zu. Damit erreichte er den höchsten Stand seit zwei Monaten. Das waren 6,6 Prozent mehr als am Vortag.
Im Krieg zwischen dem Iran und den USA machten sich beide Seiten gegenseitige Vorwürfe. US-Außenminister Marco Rubio sagte in Manila, der Iran bitte die USA jeden Tag auf direktem und indirektem Wege um den Abschluss eines Abkommens. Das Problem sei aber, dass Teheran jede Absprache breche oder wieder ändern wolle. "Es sieht also so aus, als wären sie nicht bereit für einen Deal, also werden sie weiterhin einen Preis zahlen." Dieser Preis steige Nacht für Nacht, warnte Rubio. "Vielleicht sind sie in ein paar Tagen bereit für einen Deal, sobald sie erkennen, dass dies für sie keine vorteilhafte Lösung ist."
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi kritisierte am Donnerstag seinerseits die Einstellung der USA gegenüber dem Iran und ihre Vorgehensweise. Diese beschrieb er im Staatsfernsehen als unvernünftig, fordernd und auf Dominanz ausgerichtet. Araghtschi erklärte, solange die USA nicht einsehen würden, dass der einzige Weg nach vorn darin bestehe, das iranische Volk und die nationalen Interessen des Irans zu respektieren, gebe es keine Grundlage für Fortschritte.
Die USA hatten zuvor die zwölfte Nacht in Folge Ziele im Iran angegriffen. Dazu zählten nach Angaben des US-Militärs Raketen- und Drohnenlager, Anlagen zur Küstenüberwachung sowie die Flugabwehr des Landes. Wegen des Streits um die für den weltweiten Ölhandel wichtige Straße von Hormus eskaliert der Iran-Krieg seit Anfang des Monats wieder./vee/DP/jha
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