Indiens Regierung sucht Gespräch mit 'Kakerlaken'-Bewegung
Angesichts anhaltender Proteste der regierungskritischen "Kakerlaken"-Bewegung in Indien hat die Regierung neue Gespräche angeboten. Die Regierung sei bereit, "jederzeit mit unseren jungen Freunden über alle Themen zu diskutieren", sagte der Staatsminister für Wissenschaft, Jitendra Singh, der indischen Nachrichtenagentur ANI. Seine Seite habe entsprechende Vorschläge wiederholt übermittelt. Ihr gehe es nicht "ums Prestige".
Die Regierung solle zu ihnen mit konkreten Angeboten kommen, sagte dazu ein Sprecher der "Kakerlaken-Volkspartei" (CJP) vor zahlreichen Anhängern an einem von der Partei seit Wochen besetzten Kundgebungsort in Neu-Delhi. Die junge Protestbewegung, die sich immer mehr im ganzen Land ausbreitet, entwickelt sich nach Einschätzung von Beobachtern zu einer großen Herausforderung für die Regierung von Premierminister Narendra Modi.
Die CJP fordert unter anderem den Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan. Pradhan soll nach ihrer Meinung die politische Verantwortung für einen Skandal um geleakte Dokumente einer Hochschul-Eingangsprüfung übernehmen. Mehr als zwei Millionen Studienanwärter waren davon betroffen.
Zusammenstöße bei Protesten in Delhi
Zuletzt war es in der Hauptstadt bei Protesten zu schweren Zusammenstößen zwischen Anhängern der CJP und der Polizei gekommen. Zahlreiche Menschen wurden dabei auf beiden Seiten verletzt. Am Montag hatte es Unterredungen zwischen CJP-Vertretern und Gesundheitsminister Jagat Prakash Nadda gegeben. Sie endeten nach Angaben von Teilnehmern ohne greifbares Ergebnis.
Die CJP wurde im Mai gegründet, nachdem ein Oberster Richter des Landes arbeitslose junge Menschen als "Kakerlaken" bezeichnet hatte. Die CJP beschreibt sich als "satirische politische Bewegung". Sie organisiert sich vor allem im Internet. Später rief sie auch zu Straßenprotesten auf./dg/DP/mis
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