Chefs arbeiten länger - oft mehr als 49 Stunden pro Woche
Die Arbeit in Deutschland bleibt ungleich verteilt: Während Millionen Menschen arbeitslos sind oder zumindest keine Vollzeitstelle finden, gibt es gleichzeitig gut 2,1 Millionen Bürgerinnen und Bürger mit regelmäßig überlangen Arbeitszeiten. Laut Statistischem Bundesamt sind das 7,1 Prozent aller Vollerwerbstätigen, die nach eigenen Angaben gewöhnlich mehr als 49 Stunden in der Woche arbeiten.
Der Statistik zufolge sind es vor allem die Chefs, die länger im Betrieb bleiben: Von den Selbstständigen mit Beschäftigten berichteten 44,5 Prozent von langen Arbeitszeiten. Bei den Solo-Selbstständigen waren es mit 23,1 Prozent noch fast jeder vierte, während unter den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nur jeder 25. so lange ran musste (4,1 Prozent). Im Durchschnitt arbeiten Vollzeitbeschäftigte nach eigenen Angaben zum Mikrozensus 40,2 Stunden in der Woche.
Frauenanteil in Führungspositionen wächst langsam
Ältere Arbeitnehmer arbeiten häufiger länger als sehr junge Kollegen. Hier sehen die Statistiker einen Zusammenhang, dass Führungspositionen häufiger von älteren Männern bekleidet werden. Der Frauenanteil auf diesem Level betrug im vergangenen Jahr 30,3 Prozent, obwohl ihr Anteil an allen Erwerbstätigen 47,1 Prozent ausmachte. Der Anteil weiblicher Führungskräfte ist in den vergangenen 30 Jahren nur um 4,5 Prozentpunkte gewachsen.
Unfreiwillig in Teilzeitjobs hängen rund 640.000 Befragte. Diese 4,9 Prozent der rund 13 Millionen Teilzeitkräfte betrachten ihre Tätigkeit als Notlösung, weil sie zunächst keine Vollzeitstelle gefunden haben. Dieser Anteil ist deutlich gesunken, denn noch im Jahr 2015 zeigten sich 12,9 Prozent der Teilzeitbeschäftigten auf diese Art unzufrieden./ceb/DP/zb
AXC0090 2026-07-23/09:13