Aktien Frankfurt Ausblick: Dax gibt vor EZB-Zinsentscheid und SAP-Zahlen nach
Am Tag der nächsten Zinsentscheidung in der
Eurozone dürfte der Dax zunächst etwas schwächer in
den Handel starten. Eine Stunde vor Handelsbeginn am Donnerstag
signalisierte der X-Dax ein Minus von 0,4 Prozent auf
25.050 Punkte. Das Börsenbarometer würde sich damit weiter in der
Nähe der 21-Tage-Durchschnittslinie bewegen, die den kurzfristigen
Trend beschreibt und aktuell bei 25.086 Zählern verläuft.
Steigende Ölpreise wegen der anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg
schüren weiter Inflationsängste und bleiben damit ein Problem für
die Märkte. Hinzu kommt, dass die nach US-Börsenschluss
vorgestellten Zahlen großer US-Konzerne die Anleger nicht
überzeugten - obwohl der Internetriese Alphabet im
vergangenen Quartal die Wall-Street-Erwartungen übertroffen hat. Da
Googles Mutterkonzern noch mehr Geld in den Ausbau der
KI-Infrastruktur stecken will, kamen die Aktien nachbörslich unter
Druck. In Asien allerdings profitierten Chipwerte davon.
Die Augen werden nun auf die Europäische Zentralbank gerichtet, die
ihren Leitzins an diesem Donnerstag voraussichtlich bestätigen wird.
"Die Notenbank hat keinen Grund, sich heute festzulegen - und genau
darin liegt ihre größte Stärke", glaubt der Portfoliomanager Jörg
Held vom Fondsanbieter Ethenea. Mit großer Spannung werden die
Signale für die nächste Sitzung im September erwartet, für die viele
Ökonomen von einer erneuten Leitzinserhöhung ausgehen. Laut Held
spricht die Datenlage "für ein Umfeld, in dem Geduld gefragt ist."
Hierzulande herrscht auch deshalb eine gewisse Zurückhaltung, weil
Europas größter Softwarekonzern SAP am Abend nach
US-Börsenschluss seine mit Spannung erwarteten Geschäftszahlen für
das zweite Quartal vorlegt. SAP-Chef Christian Klein steht unter
Druck. Vor allem Anleger sehen die Lage derzeit sehr skeptisch, die
Aktien haben in diesem Jahr rund ein Drittel an Wert eingebüßt.
Grund sind die Zweifel von Investoren an klassischen
Softwareanbietern, ob sie mit ihrem Geschäftsmodell zur Nutzung der
Programme aus dem Netz dem Druck von KI-Apps standhalten können.
Die Deutsche Börse veröffentlichte bereits ihre
Zahlen; sie legte im zweiten Quartal dank guter Geschäfte mit
Finanzmarkt-Produkten erneut kräftig zu. Die Aktien des
Börsenbetreibers notierten im vorbörslichen Handel auf der Plattform
Tradegate gleichwohl ein Prozent unter dem Xetra-Schluss vom
Mittwoch. Der Bereich Investment Management Solutions (IMS) sei
etwas hinter den Schätzungen zurückgeblieben, schrieb Experte Tom
Mills vom Analysehaus Jefferies.
Der Labordienstleister und Pharmazulieferer Sartorius
profitiert zudem weiterhin von der Nachfrage nach
Verbrauchsmaterialien. Im ersten Halbjahr legte der Umsatz zu. Der
Aktienkurs stieg vorbörslich um gut ein Prozent.
Der Onlinebroker Flatexdegiro hatte nach einem
starken zweiten Quartal infolge hoher Handelsaktivitäten seiner
Kunden erneut die Gewinnprognose angehoben. Das erst im Juni höher
gesteckte Umsatzziel wurde bestätigt. Damit zogen die Anteilsscheine
auf Tradegate um vier Prozent an./la/mis