ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Vorsicht vor den Zahlen von Alphabet und Tesla
Vor den nachbörslich anstehenden
Quartalsbilanzen mehrerer Tech-Schwergewichte haben sich die Anleger
an den US-Börsen am Mittwoch zurückgehalten. Neben Texas Instruments
und IBM legten mit Alphabet und Tesla dabei auch zwei der
"Magnificent 7" ihre Zahlen vor. Vor allem diese beiden dürften dann
erst einmal die Richtung für den Technologiesektor und die Stimmung
an den Märkten vorgeben, wie Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom
Broker Robomarkets erwartet.
"Nach der KI-Euphorie der vergangenen Monate zählt jetzt nicht mehr
die Fantasie, sondern die Realität", sagte er. "Die Börse will
steigende Umsätze, kräftige Gewinne und vor allem einen
optimistischen Ausblick sehen. Wer liefert, wird belohnt. Wer
enttäuscht, wird abgestraft."
Im Fokus bleiben außerdem die kriegerischen Auseinandersetzungen in
Nahost, die trotz weiter deutlich steigender Ölpreise an den Börsen
derzeit "erstaunlich entspannt" beobachtet würden, wie Molnar
ergänzte.
Der von großen Tech-Konzernen dominierte Nasdaq 100
verlor 0,54 Prozent auf 28.998,10 Punkte, nachdem er allerdings tags
zuvor um fast zwei Prozent gestiegen war. Der überwiegend mit
Standardwerten bestückte Wall-Street-Index Dow Jones Industrial
verlor 0,01 Prozent auf 52.218,58 Zähler. Der
marktbreite S&P 500 gab um 0,14 Prozent auf 7.498,96
Punkte nach.
Die Berichtssaison nimmt zunehmend Fahrt auf und die Nervosität der
Anleger stieg, denn letztlich gingen Alphabet , Tesla
und IBM nach einem stabilen
Handelsstart mit Verlusten zwischen 1,3 und 2,3 Prozent aus dem Tag.
Bei der Google -Mutter herrscht Sorge darüber, ob sich
die massiven Investitionen des Konzerns in Künstliche Intelligenz
(KI) lohnen. Bei Tesla warten Anleger auf Neuigkeiten im Bereich
Autonomes Fahren und Robotik und bei IBM rechnen Analysten mit einer
Senkung der Jahresprognose. Die in diesem Jahr mit fast plus 70
Prozent bereits stark gelaufene Aktie von Texas Instruments
dagegen legte vor dem Quartalsbericht um 1,0 Prozent
zu.
Für die Aktien von AT&T ging es um 3,5 Prozent nach
oben. Der Telekomkonzern gewann im zweiten Quartal im
Mobilfunkgeschäft fast ein Drittel mehr Neukunden als erwartet.
Mit etwas mehr als 6 Prozent sprangen die Anteilscheine von Philip
Morris zeitweise auf ein Rekordhoch knapp unter 200
US-Dollar, bevor sie letztlich 3,3 Prozent höher schlossen. Umsatz
und operativer Gewinn des Tabakkonzerns übertrafen im zweiten
Quartal die durchschnittlichen Analystenschätzungen.
Für die Papiere von GE Vernova ging es dagegen um 8,7
Prozent abwärts. Zwar hob der Energietechnikkonzern sein
Jahresumsatzziel an, enttäuschte aber mit seinem
Windkraftanlagen-Geschäft. Dort weitete sich der Verlust im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus, was Anleger nach der Kursrally
seit Jahresbeginn von 65 Prozent zum Anlass nahmen, Gewinne
mitzunehmen.
AMD gewannen 1,5 Prozent. Der Halbleiterhersteller
und der KI-Forschungskonzern Anthropic kündigten eine strategische
Partnerschaft zum Einsatz von AMD-GPUs mit einer Gesamtleistung von
bis zu 2 Gigawatt an. Zudem hat AMD künftige
Eigenkapitalinvestitionen in Anthropic in Höhe von bis zu 5
Milliarden Dollar zugesagt.
Nike litten im Dow Jones mit minus 1,8 Prozent
darunter, dass der Sportartikelhersteller nach Angaben der zwei
wichtigsten Vertriebspartner in China, TopSports und Pou Sheng, die
Online-Liefermengen an diese aktiv reduziert./ck/he